Tür an Tür mit dem Dalai Lama

Gute Nachbarschaft: Kiran Böttger hat mehrere Buddha-Figuren in ihrem Laden stehen. Dies ist ihre Lieblings-Statue.
Gute Nachbarschaft: Kiran Böttger hat mehrere Buddha-Figuren in ihrem Laden stehen. Dies ist ihre Lieblings-Statue.
Foto: Horst Bach
Was wir bereits wissen
Kiran Böttger wuchs in direkter Nachbarschaft zum Dalai Lama auf. Heute lebt sie in Dreis-Tiefenbach.

Geisweid..  Wer in der Marktstraße im Lotto-Lädchen von Kiran Böttger sein Glück versucht, begrüßt die Nachbarin des Dalai Lama. Nach seiner Vertreibung 1960 wohnte er nämlich in einem Kloster im nordindischen Dharmsala, das nur 100 Meter Luftlinie entfernt liegt von Kiran Böttgers Elternhaus.

Es ist der 14. Dalai Lama, erzählt Kiran Böttger, den sie da als Nachbarn in ihrer Heimat hat. Er wurde am 6. Juli 1935 im tibetischen Dorf Takster als Sohn einer Bauernfamilie geboren und bereits im Alter von 2l Jahren als Reinkarnation des Dalai Lama erkannt. Kiran Böttger sah ihn mit sechs Jahren das erste Mal und beschreibt ihn als „einen ganz normalen Mann, der sich gut mit den Menschen unterhalten kann“.

Mit dem Buddhisten-Oberhaupt, das 1989 für seine Bemühungen um die gewaltfreie Lösung des Tibetproblems den Friedensnobelpreis bekam, seien Zehntausende Tibeter nach Indien gekommen, etliche auch in ihren Heimatort Dharmsala, erzählt Kiran Böttger.

Über den Tagesablauf und Gewohnheiten des Dalai Lama weiß Kiran Böttger genau Bescheid. Woher kommt zum Beispiel die Leibesfülle trotz Klosterleben? „Der Dalai Lama steht um 3.30 Uhr jeden Morgen auf. Er isst Würste , Kekse und Brei. Aber nur bis 12 Uhr mittags. Danach, so schreibt es das Gelübde für tibetische Mönche vor, darf er keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen.“ Während Kiran Böttger in Indien geboren ist und dort auch ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachte, kam ihr späterer Mann Balraj schon früh nach Deutschland. Manfred und Gertrud Böttger adoptierten ihn und er wuchs am Siegener Giersberg auf. Vor 23 Jahren heirateten Kiran und Balray, seit vielen Jahren leben sie in Dreis-Tiefenbach.

In In dien geboren

Kiran Böttger und ihr Mann fahren öfter in ihre indische Heimat (Balraj wurde nahe Bombay geboren). Beide besuchen dann immer regelmäßig das SOS-Jugendhaus in Dharmsala. Hier werden junge Menschen mit der Unterstützung ausgebildeter Fachkräfte auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Und Kiran und Balray Böttger helfen hier immer wieder gerne, soweit es ihre Kräfte und Möglichkeiten zulassen. Ganz im Sinne des „lieben Nachbarn“ von Kiran, des großen Dalai Lama.

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