Trio ergaunert 2,3 Millionen Euro

Siegen..  Rund 2,3 Millionen Euro Schaden hat das Trio verursacht, das sich seit gestern vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts verantworten muss. Das haben zumindest zwei der Männer zugegeben. Das Verfahren gegen den Dritten wurde abgetrennt, weil ihm das Gericht für ein Geständnis keine Bewährung garantieren wollte.

Die drei Männer hatten nach der Anklage von März 2008 bis September 2012 als Bande eine zusätzliche Einnahmequelle für sich entdeckt. Thomas S. (49) verkaufte als Betriebsleiter eines Siegerländer Rohstoffhandels Metallspäne an ein größeres Unternehmen der gleichen Branche in Mülheim an der Ruhr. Mit dessen Betriebsleiter Ralf K. (53) war er „seit 30 Jahren bekannt“. Es habe immer wieder Unstimmigkeiten über den Nickel- und/oder Molybdän-Gehalt der Schrottladung gegeben. „Das konnte zwischen 5 und 70 Prozent liegen, irgendwo brauchen Sie da eine Grundlage“, sagte der Siegerländer.

„Mach den Nickel hoch“, habe K. nach einer Diskussion mit dem Geschäftsführer des Mülheimer Betriebs angeordnet, erinnerte sich der dritte Angeklagte Sven St. (41). Er war als Prüfer für die Eingangsuntersuchungen zuständig. Danach seien bei diesen Chargen regelmäßig Aufschläge von 0,7 bis 4,7 Prozent erfolgt, mit denen die Angeklagten bis September 2012 „kassierten“.

„Ich bekam das Angebot, den Gewinn meines Unternehmens zu erhöhen“, stellte Thomas S. fest. Das sei freilich aus dem Rahmen gelaufen. Der zusätzliche Gewinn sei komplett in das Unternehmen geflossen, an dem ihm Anteile von 45 Prozent gehören. Nach der Versteuerung habe er monatlich rund zehn Prozent bar an K. ausgehändigt. Die Behauptung des Angeklagten St., „50 Prozent gingen an das Unternehmen, 25 Prozent an S. und je 12,5 an K und mich“, könne er nicht bestätigen.

K. sagte gestern nichts. Sein Verfahren wurde abgetrennt, nachdem er keine Möglichkeit auf eine Bewährung sah. Für St. hingegen stellte die Kammer für das für Freitag geplante Urteil eine Höchststrafe von einem Jahr und zehn Monaten mit Bewährung in Aussicht. Der Siegerländer S. soll maximal drei Jahre und vier Monate „einfahren“ müssen. Er wurde schon einmal wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Interessant: Bereits 2011 gab es eine Durchsuchung in dem Siegerländer Unternehmen, wegen einer Steuersache. Trotzdem sei mit den Lieferungen weitergemacht worden, wunderte sich der Vorsitzende Richter Dr. Fadi Al-Deb’i . Das sei doch eine völlig andere Geschichte, wehrte Thomas S. ab.