Traumazentrum Siegen – Erste Station für Schwerverletzte

Blick in den Schockraum der Unfallchirurgie am Kreisklinikum Siegen.
Blick in den Schockraum der Unfallchirurgie am Kreisklinikum Siegen.
Foto: wp
Was wir bereits wissen
Das Kreisklinikum Siegen wird weiterhin eine Art Lotsenfunktion bei der Suche nach der besten Behandlungsmöglichkeit von Unfallopfern in Siegen-Wittgenstein und im nördlichen Hessen erfüllen.

Weidenau..  Das Haus wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie nach 2012 erneut zertifiziert.

Chefarzt Dr. Michael Palm und Oberarzt Dr. Michael Pausch haben mit ihrer Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie diese Bescheinigung trotz verschärfter Anforderungen durch die Gesellschaft mit einem besseren Feedback als vor drei Jahren erreicht.

Unter anderem seien Synergieeffekte nach der Zusammenlegung von Stadtkrankenhaus und Kreisklinikum am Standort Weidenau als gut gewertet worden, da das positive Auswirkungen auf die Versorgungsqualität von polytraumatisierten, also lebensbedrohlich verletzten Patienten, mit sich gebracht habe. Auch die intensivere Ausbildungsstruktur im Bereich der Unfallchirurgie, von der Mitarbeiter in allen beteiligten Bereichen ebenfalls profitiert hätten, sei herausgestellt worden, so das Klinikum.

Kooperation mit Uniklinik Marburg

Das Kreisklinikum Siegen ist als zertifiziertes regionales Traumazentrum landesübergreifend dem Traumanetzwerk Mittelhessen angeschlossen. Dadurch kann ein Mensch, der zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde, je nach Verletzungsmuster der Klinik mit den optimal vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten zugewiesen werden.

Das Kreisklinikum steht damit lokalen Traumazentren, also kleineren umliegenden Krankenhäusern der Region, als Ansprechpartner und weiterbehandelndes Haus zur Verfügung. Durch die Kooperation mit der Universitätsklinik Marburg werden zudem regelmäßige regionale Weiterbildungen der Ärzte und ein entsprechender überregionaler Erfahrungsaustausch stets aufs Neue ermöglicht.

„Wir freuen uns sehr, den erneut gestiegenen Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie gerecht geworden zu sein. Das zeigt, dass unsere Arbeit hier in Weidenau mit Schwerstverletzten nach Unfällen einen wichtigen Beitrag für die medizinische Versorgungsqualität in Siegen-Wittgenstein und darüber hinaus leistet“, so Chefarzt Dr. Palm.

Auch Verwaltungsleiter Christian Lohmann freut sich für seine Mitarbeiter und das gesamte Klinikum über die erneut ausgesprochene Zertifizierung, die vielen der mehr als 21 000 stationären Patienten pro Jahr helfe.

Das geschieht in einem Schockraum

Die Prozesskette bei der Versorgung von Schwerstunfällen beginnt mit der Ankündigung eines Unfallverletzten von der Leitstelle der Rettungsdienste. Ein Team aus Ärzten, Pflegern, Schwestern und Assistenten wird zentral alarmiert und bereitet sich im Schockraum auf die Ankunft vor.

Abarbeiten einer Checkliste

Gleichzeitig werden im Operationssaal Kapazitäten geschaffen und der Computertomograph (CT) frei gehalten. Der Patient wird entweder mit dem Notarztwagen oder per Rettungshubschrauber in das Klinikum nach Weidenau gebracht. Im Schockraum erfolgt die Übergabe an das Traumateam, „dirigiert“ vom diensthabenden Oberarzt der Unfallchirurgie. In dem Moment beginnt die Verantwortung des Kreisklinikums – und ein bis ins Detail geregelter Ablauf. Nach Vorgaben der ATLS, dem Advanced Trauma Life Support (zu deutsch etwa: Fortgeschrittene Trauma Lebensrettungsunterstützung), erfolgt das systematische Abarbeiten einer Checkliste.

Erster entscheidender Punkt ist die Überprüfung der Atmung und der Atemwege durch das Team der Anästhesie am Kopf des Patienten. Fast zeitgleich erfolgt die Untersuchung mittels Ultraschall durch den Unfallchirurgen auf innere Blutungen, eine der Haupttodesursachen für Trauma-Patienten. Sind die Atemwege frei, funktioniert die Atmung, funktioniert der Blutkreislauf, kann der Patient alles bewegen? Sind Knochenbrüche offensichtlich? Lebensbedrohliche Verletzungen, beispielsweise der Lunge, werden sofort versorgt.

In Ausnahmen in eine Spezialklinik

Blut wird abgenommen und Blutkonserven bereit gestellt. Sobald als möglich erfolgt dann die Untersuchung des gesamten Patienten im CT. Je nach Verletzungsmuster wird der Patient dann in den Operationssaal oder auf die Intensivstation gebracht. In Ausnahmefällen, beispielsweise bei Brandverletzten, wird der Patient stabilisiert und in eine Spezialklinik verlegt.

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