Torsten Büker ist der erste Integrationsbeauftragte

Die Stelle des Integrationsbeauftratgten bei der Stadtverwaltung ist neu. Sie ist mit der Geschäftsführung des Integrationsrats verbunden, hat aber ein darüber hinausgehendes Aufgabenfeld.
Die Stelle des Integrationsbeauftratgten bei der Stadtverwaltung ist neu. Sie ist mit der Geschäftsführung des Integrationsrats verbunden, hat aber ein darüber hinausgehendes Aufgabenfeld.
Foto: WP
Die Stadt Siegen hat ihren ersten Integrationsbeauftragten vorgestellt. Torsten Büker ist seit dem 1. Januar im Amt. Der Diplompädagoge hat viel vor.

Siegen..  Das Rad muss er nicht neu erfinden, sagt Torsten Büker. Die Strategie des ersten Integrationsbeauftragten der Stadt Siegen ist nicht wüster Aktionismus, sondern koordiniertes Vorgehen. Viel vor hat der 45-jährige Diplompädagoge aber in jedem Fall. Seit dem 1. Januar ist er im Amt. In dieser Funktion ist er überdies Geschäftsführer des Integrationsrats.

„Ich muss die Fülle an Angeboten und Akteuren erst einmal sortieren“, beschreibt er die Arbeit der vergangenen Wochen. Es gebe viele Migrantenorganisationen, Vereine, Verbände und Initiativen – und jede Menge Ideen. Büker will den Überblick gewinnen und dann „alle Enden verknüpfen: Meine Stärken und Interessen liegen darin, Netzwerke aufzubauen“.

Wechselseitiger Prozess

Als Chef des Stadtteilbüros auf dem Heidenberg hat er damit viel Erfahrung. Seit 1998 leitete er die Einrichtung, war später auch zuständig für das Dr.-Ernst-Schuppener-Haus, seit dem Jahr 2003 zentrale Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien aus dem Umfeld. Für die Stelle als Integrationsbeauftragter habe er sich entschieden, „weil ich eine neue, stadtweite Herausforderung gesucht habe“. Auf dem Heidenberg, wo er eng mit dem Stadtteilbüro Fischbacherberg zusammenarbeitete, war Integration bereits ein wichtiges Thema. Es begleitet ihn aber schon deutlich länger: Während des Studiums in Hildesheim arbeitete er ehrenamtlich in der Flüchtlingsberatung, nach dem Abschluss war er anderthalb Jahre hauptamtlich im hessischen Egelsbach in der Flüchtlingsberatung tätig.

In Siegen möchte er nun die bestehenden Angebote bündeln, Ansprechpartner für Fragen von allen Seiten und „Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Verwaltung“ sein. Die städtischen Dienststellen machten ihren Job tadellos, doch Integration umfasse „die ganze Bandbreite des gesellschaftlichen Lebens“.

Diese Überzeugung setzt sich zumindest in den vergangenen Jahren immer mehr durch. „Früher ging es eher um die Frage: Wie müssen die Migranten sich an die Gesellschaft anpassen?“, führt Büker aus. „Heute geht es auch darum: Wie müssen wir uns verändern?“ Das Wechselseitige stehe im Vordergrund, um ein Miteinander zu erreichen und „die Vielfalt zu nutzen: Gerade in Anbetracht von demografischem Wandel und Fachkräftemangel sollten wir die Zuwanderung als Chance sehen “.

Begegnung ist der Schlüssel

Die Liste der Akteure in Siegen ist lang, „wir sind schon ganz gut aufgestellt“. Entsprechend viele Ansätze gibt es. Mit der Industrie- und Handelskammer arbeitet er beispielsweise daran, wie – potenzielle – Existenzgründer mit Migrationshintergrund zu erreichen und zu unterstützen sind. In der Stadtverwaltung selbst möchte er „strukturelle Hürden abbauen, damit alle Menschen alle Dienstleistungen in Anspruch nehmen können“. Dabei ist es nicht nur die Sprache, die im Weg stehen kann: „Wer fremd in Deutschland ist, für den ist vielleicht die Funktionsweise von Verwaltung nicht transparent.“

Eine wesentliche Einflussgröße für das Gelingen von Integration sei das Ehrenamt. „Da findet Begegnung statt, da bauen sich die Fremdheitsgefühle ab.“ In Siegen bestünden viele Initiativen und Projekte, die Büker stärker in den Blick der Öffentlichkeit bringen möchte, „weil sich hier die viel zitierte Willkommenskultur zeigt“.

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