Tierpark Niederfischbach hat Nachwuchssorgen
13.04.2010 | 19:00 Uhr 2010-04-13T19:00:00+0200
Freudenberg/Niederfischbach. Die Zukunft des Tierparks Niederfischbach ist durch den weitgehenden Rückzug der ehrenamtlichen Kräfte gefährdet.
Nun wird nach einer neuen Konstruktion gesucht, um die Erhaltung des Privatzoos mit seinen rund 470 Tieren zu sichern. Am Montag erst beschäftigte sich auf SPD-Antrag auch der Ortsgemeinderat in seiner Sitzung mit dem Thema.
Über 600 Mitglieder zählt der Verein Tierpark Niederfischbach, der 2007 das 50-jährige Bestehen feierte. Allerdings fällt es dem Vorsitzenden Bernd Schöchert immer schwerer, einen Vorstand aus den Reihen der Vereinsangehörigen zu bilden. Die „erste Generation”, die noch kräftig mit anpackte und im Wesentlichen durch Einsatz von Muskelkraft und Zeit den Betrieb aufrechterhielt, ist inzwischen in die Jahre gekommen. Und Nachwuchs ist nicht in Sicht.
Weit und breit einziges Angebot seiner Art
Der Tierpark, der alljährlich von bis zu 40 000 Erwachsenen und Kindern aus der Region – vor allem aus dem Siegener Raum – aufgesucht wird, stellt weit und breit das einzige Angebot dieser Art dar. Die nächsten „richtigen” Zoos sind in Köln, Dortmund oder Frankfurt. So war und ist der Tierpark für Familien ein beliebtes Naherholungsziel, wo zu moderaten Preisen Kleintiere und sogar Känguruhs, Pumas und Luchse zu besichtigen sind.
Auch der Tierpark muss Belange des Artenschutzes berücksichtigen. Die inzwischen drei Tierpfleger sind ausbildungsmäßig auf dem neuesten Stand. Doch die Verlagerung von der ehren- zur hauptamtlichen Arbeit wird der Verein nicht auf Dauer durchhalten können. Rücklagen wären kurzfristig aufgebraucht.
Ortsgemeinde Niederfischbach und Verbandsgemeinde Kirchen sind sich einig, dass der touristisch wichtige Tierpark auf jeden Fall erhalten bleiben sollte. Ortsbürgermeister Matthias Otterbach sah in seinem 20-köpfigen Rat Übereinstimmung in der Haltung, dass über neue Konstruktionen nachgedacht werden muss. Das bestätigt auch Verbandsbürgermeister Jens Stötzel, der sich ein kommunales Engagement bis hin zum Landkreis Altenkirchen vorstellen könnte.
Aber noch ist nichts in trockenen Tüchern. Der Diskussionsprozess hat gerade erst begonnen. Laut Bürgermeister Otterbach müsse rechtlich geprüft werden, inwiefern sich die öffentliche Hand überhaupt engagieren kann – etwa durch freiwillige Leistungen auf Gemeindeverbands- oder Kreisebene. Bislang gibt es einen jährlichen Zuschuss im niedrigen vierstelligen Bereich aus dem Gemeindehaushalt. Doch das ist nur der Tropfen auf den heißen Stein: Kosten für Futter, Tierarzt, Umbauten, Maschinen und Personal betragen ein Vielfaches. Eher kurz- als mittelfristig muss eine Lösung gefunden werden.
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