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Karneval

"Tiere aus dem Siegerland" werfen Kamelle

07.02.2010 | 17:16 Uhr
"Tiere aus dem Siegerland" werfen Kamelle

Netphen-Deuz. Zu den wenigen Hochburgen des Karnevals im Siegerland gehören seit vielen Jahren die Häuser der Lebenshilfe. Am kommenden Freitag treffen sich die Bewohner wieder zur traditionellen Feier im Dielfer Sängerheim. Und mit dieser Einstimmung geht es einen Tag später zum Karnevalszug in Kür

Ab 14.11 Uhr wollen die Bewohner erstmals als Gruppe am Umzug teilnehmen.

Große Taschen für die Süßigkeiten

Zugeschaut haben die Siegerländer schon seit einigen Jahren. „Jetzt wollten unsere Leute auch einmal Kamelle werfen”, erzählt Betreuerin Marieluise Diehl. Sie kommt selbst aus dem Rheinland, hat „immer Karneval gefeiert” und für die Begeisterung ihrer Schützlinge mehr als Verständnis. Christian Schnepper, Koordinator bei der Lebenshilfe, stammt aus Kürten, hat schon die früheren Besuche vermittelt. „Er ist auch noch mein Schwiegersohn”, sagt Marieluise Diehl. Gemeinsam haben sie sich daran gemacht, den großen Wunsch der Bewohner zu verwirklichen.

Seit September hat sich die Gruppe alle zwei Wochen getroffen, geplant, vorbereitet, gewerkelt und gemalt. Als Motto haben sie sich „Tiere aus dem Siegerland” ausgesucht, was jedoch recht großzügig ausgelegt wird. Neben Kühen, Schafen und einem Schwein gibt es Affen, Tiger, eine Biene, einen Eisbären und einen Pinguin. „Wir haben Overalls aus dem Baumarkt besorgt, eingefärbt, bemalt und ausgestattet”, sagt Marieluise Diehl. Ihren Mann hat sie dafür ebenso eingespannt wie die Angehörigen der Bewohner: „Sie selbst haben natürlich nach ihren Möglichkeiten mitgeholfen, unter anderem die Taschen bemalt.” Jeder Teilnehmer ist mit einer großen Jutetasche für Bonbons und Schokolade ausgerüstet.

Marieluise Diehl war selbst überrascht, dass es rund 50 Leute geworden sind, darunter vier Rollstuhlfahrer. Die Mitfahrer kommen aus den drei Häusern (Kliffmüller, Hans-Schäfer, Eschenbach), die meisten allerdings aus der ambulanten Betreuung. Etwa 20 Betreuer fahren mit.

„Wenn es nur trocken bleibt”, hofft die Lebenshilfe-Mitarbeiterin. Die Overalls seien weit genug, um reichlich warme Kleidung darunter anzuziehen. Letztlich seien die Bewohner aber hart im Nehmen. „Wir sind vor einigen Jahren beim Zuschauen schon einmal so richtig nass geworden. Da ging es dann hinterher eben zum Aufwärmen in eine Kneipe”, lacht sie fröhlich. Diesmal warte zum Abschluss auf jeden Fall die gemütliche Kellerbar Christian Schneppers auf alle Mitwirkenden.

Hoffnung auf Sponsoren

„Wenn unsere Leute Spaß haben, machen wir nächstes Jahr auch wieder mit”, verspricht Marieluise Diehl. Vielleicht hätte der eine oder andere dann auch Lust, der diesmal zu Hause bleibt. Die Vorbereitungen sollten aber auf jeden Fall ein wenig früher beginnen: „Damit wir auch Sponsoren ansprechen können.”

Michael Kunz

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