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Kunst

Thomas Kellner öffnet sein Atelier

29.09.2012 | 15:00 Uhr
Thomas Kellner öffnet sein Atelier
Thomas Kellner präsentiert mit "Tokyo Tower" die jüngsten Bilder der Serie "Tango Metropolis".Foto: Knut Lohmann

Siegen. Es war ein langer KunstSommer 2012, den der Kunstverein Siegen initiierte. Mit dem „Kunstchaos“, das weite Teile der Stadt erfasste, begann er Anfang Mai. Mit dem „Open Studio“ von Thomas Kellner endet er herbstlich.

Dafür öffnet der Fotokünstler, der auf deutschem und internationalem Parkett zielstrebig und erfolgreich einen eigenen Weg gefunden hat, sein Siegener Atelier vom 29. September bis zum 7. Oktober samstags und sonntags jeweils von 15-18 Uhr. Zum Start in die neue Kunstsaison präsentiert er Lochkamera-Arbeiten, die beiden jüngsten Bilder aus der Serie „Tango Metropolis“ und ein neues Buch.

Das Buch heißt „Wir sind von Idealbildern umgeben“: ein Interview, das Dirk Josef Müller mit Thomas Kellner geführt hat; und dazwischen zeigt es Kellner-Fotos aus der Eiffelturm-Serie, welche verblüffende Einsichten in die Besonderheiten des Kellner-Stils ermöglichen. „Also der 35mm Film wird Struktur des Bildes und ist gleichzeitig als fotografisches Material sichtbar… . Aber natürlich sind es auch die Inhalte. In einer medialisierten Welt sind wir von Bildessenzen umgeben, Idealbildern und Idealwerten, die selten der Wirklichkeit entsprechen.“

Elemente in Blau und Gold

An anderer Stelle liest man: „Der Film im Bild spiegelt meinen Arbeitsprozess wider. Er ist selbstreferenziell und macht dem Betrachter nachvollziehbar, wie meine Kamera quasi über das Sujet gelaufen ist, gleich den Augen des Betrachters.“ Der Kontaktbogen des Filmes, dessen einzelne Sequenzen eine völlig freie Verwendung des fotografisch erfassten Gegenstandes erlauben, strukturiert systematisch die Gliederung seiner Fotobilder und macht sie unverwechselbar.

Das wird sehr deutlich an den beiden neuen Arbeiten „Tokyo Tower“, die allein schon durch ihre Größe und ihre Farbigkeit die besondere Aufmerksamkeit der Atelierbesucher auf sich ziehen werden. In dem kleineren, durch die Farbe Blau geprägten Bild tanzen die Elemente dieses Wahrzeichens der japanischen Hauptstadt scheinbar autonom in einem
faszinierenden Rhythmus, ohne die Geschlossenheit des Gesamteindrucks zu durchbrechen. Das größere der beiden Bilder, durch Goldton charakterisiert, zeigt die Spitze des Turmes als erstaunliches Konglomerat aus spielerischer Leichtigkeit und statischer Massivität.

Schärfe und Unschärfe

Daneben Beispiele aus frühen Arbeiten mit der Lochkamera. Vielleicht ist es die Magie einer Mischung aus Schärfe und Unschärfe, welche den Betrachter vor dem Missverständnis schützt, in diesen Fotos Abbildhaftes zu suchen. Denn nicht das fotografische Abbild macht das Wesen von Kellners Kunst aus, sondern das durch Fotografie gewonnene Bild – darauf legt der Künstler Wert.

Knut Lohmann


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