Telekom-Mitarbeiter schieben Stühle vor die Tür

Fünf vor 12: So sehen die DTTS-Mitarbeiter in Dreis-Tiefenbach ihre Lage. Aus  Protest schieben sie ihre Stühle vor den Eingang.
Fünf vor 12: So sehen die DTTS-Mitarbeiter in Dreis-Tiefenbach ihre Lage. Aus Protest schieben sie ihre Stühle vor den Eingang.
Foto: WP

Dreis-Tiefenbach..  Eigentlich sind sie nur 40, die Mitarbeiter von DTTS, und von denen ist auch die Hälfte entweder nicht auf Schicht, krank oder in Urlaub. Trotzdem sind es am Dienstagmittag um die 70 Stühle, die aus Protest vor den Eingang des Telekom-Gebäudes gerollt werden. Viele Kolleginnen und Kollegen der anderen Tochterfirmen beteiligen sich solidarisch am Protest gegen die von der Unternehmensleitung geplanten Schließung des DTTS-Standorts.

„Auch die anderen dürfen sich nicht sicher sein“, warnt Ralf Pilger, Leiter der Verdi-Betriebsgruppe in Wuppertal und einer der Betriebsräte des Field Service West – das ist eine der zehn Firmen, in die der „Deutsche Telekom Technischer Service (DTTS)“ aufgeteilt ist; allein die 40 Dreis-Tiefenbacher sind formal bei drei verschiedenen Unternehmen angestellt. Uli Zeuner ist Betriebsrat der Netz-Tochter, zu der der Großteil der etwa 300 Telekom-Mitarbeiter in Dreis-Tiefenbach gehört: „Wir wünschen euch Erfolg für diesen harten Kampf.“

Die Telekom will die Innendienstler von DTTS zusammenziehen, in NRW von bisher 21 auf drei Standorte. Landesweit betrifft das um die 1200 Beschäftigte. „Aussortieren“ und „abservieren“, steht auf den Transparenten. Denn Verdi-Gewerkschaftssekretär Frank Schmidt kennt die Konsequenzen aus früheren Standortverlagerungen: „Einige werden nach ein paar Monaten aufhören, weil sie die Belastung nicht aushalten.“ Das, so Schmidt, nehme der Telekom-Vorstand „wissentlich in Kauf“. Von daher sei die „Standortvernichtung“ letztlich auch ein „Personalvernichtungsprojekt“.

Gewerkschaft fordert Ausgleich

„Scheinheilig“ sei das Angebot an die Betroffenen, statt nach Dortmund in andere Unternehmen des Konzerns zu wechseln. „Die sind auch nicht in Netphen und Meschede.“ Die Gewerkschaft lehnt die Zentralisierung ab, weil die Nähe der Innendienstler zu den Technikern sinnvoll sei. Für den Fall, dass es bei der Entscheidung bleibt, will Verdi einen Ausgleich für Wegezeiten und Fahrtkosten durchsetzen, um — so Frank Schmidt — „die Folgen für die, die tatsächlich auf die Reise müssen, zumindest ein Stück weit abzumildern.“