Supercomputer rechnet für Siegen

Siegen..  42 Millionen Kernstunden Rechenzeit stehen der Universität Siegen auf dem Supercomputer Hornet in Stuttgart zur Verfügung. Der Lehrstuhl für Simulationstechnik und Wissenschaftliches Rechnen hatte sich beim 10. Aufruf des europäischen Partnerschaftsprogramm zur gemeinschaftlichen Nutzung von Hochleistungsrechnern (PRACE – Partnership for Advanced Computing in Europe) beworben und den größten Anteil an Rechenzeit zugewiesen bekommen.

Ein großer Erfolg für das Team um Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. Ing. Sabine Roller, denn die Kapazitäten auf den Supercomputern sind begehrt und teuer. „Rechnet man die 42 Millionen Kernstunden auf die Betriebskosten des Supercomputers um, haben wir fast zwei Millionen Euro für unser Projekt bewilligt bekommen“, sagt Prof. Sabine Roller.

Simulierte Meerwasser-Entsalzung

Deutschland ist über das Gauss Centre for Supercomputing (GCS), dem Verbund der drei Höchstleistungsrechenzentren in Jülich, Stuttgart und München, am PRACE-Programm beteiligt. Insgesamt 247 Millionen Kernstunden stellt das GCS 14 ausgewählten Forschungsprojekten aus acht europäischen Ländern zur Verfügung.

Überzeugt hat die Uni Siegen mit einem Simulationsprojekt für die Entsalzung von Meerwasser mittels Elektrodialyse. Im Vergleich zu bisherigen Verfahren ist die Elektrodialyse wesentlich energieeffizienter und dadurch nachhaltiger. Die Software für die Simulation wurde vom Lehrstuhl selbst entwickelt, um die hohen Anforderungen erfüllen zu können. „Bei der Simulation müssen wir viele physikalische Einflussfaktoren bis ins kleinste Detail berücksichtigen. Unsere Software ermöglicht eine Genauigkeit, die im Laborverfahren nicht erreicht werden kann“, sagt Dipl.-Ing. Harald Klimach vom Lehrstuhl für Simulationstechnik und Wissenschaftliches Rechnen.