Stufenlos das Ufer wechseln

Im Apollo-Theater ist Sommerpause – der ideale Zeitpunkt, um mit den Arbeiten für die neue Brücke zu beginnen. Sie wird, anders als ihre Vorgängerin, schräg verlaufen.
Im Apollo-Theater ist Sommerpause – der ideale Zeitpunkt, um mit den Arbeiten für die neue Brücke zu beginnen. Sie wird, anders als ihre Vorgängerin, schräg verlaufen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach Oberstadt- und Bahnhofstraßenbrücke wird nun die Apollobrücke neu gebaut. Zwei Dinge werden sie deutlich von ihrer Vorgängerin unterscheiden.

Siegen..  Im Apollo-Theater ist es ruhig. Sommerpause. Dafür bespielt nun die Stadt lautstark den Scheinerplatz. Die Arbeiten für die Apollobrücke haben begonnen. Die alte kommt weg, eine neue kommt hin – bis Oktober 2016 soll sie fertig sein, als „eine der letzten Etappen des Projekts Siegen – Zu neuen Ufern“, wie Bürgermeister Steffen Mues bei der offiziellen Vorstellung der 980 000-Euro-Maßnahme am Montag sagte.

Barriere bald Geschichte

Die Apollobrücke gehörte zusammen mit der oberen Kölner Straße zur Pufferzone des Neue-Ufer-Projekts: Wäre es in den vorausgehenden Bauphasen finanziell eng geworden, wären die späteren Teilvorhaben gekippt worden. Die Finanzierung allerdings ist nach Verhandlungen mit dem Land geklärt. Und für den Neubau der Apollobrücke gibt es jenseits aller ästhetischen Erwägungen zwei handfeste Gründe, wie Mues erläutert. „Erstens ist sie sehr marode“, betont der Bürgermeister. „Zweitens hat die jetzige Brücke eine kuriose Besonderheit: Man muss erst Treppenstufen hinaufgehen, bevor man rüber kann.“ Mitten in der Stadt sei das „unter dem Barrierefreiheits-Gesichtspunkt nicht zu tolerieren“.

Die neue Brücke umschifft das Stufenproblem, indem sie einen anderen Verlauf nimmt als das bisherige Modell: Auf der Seite Scheinerplatz beginnt sie dort, wo die Vorgängerin aufhört. Auf der Seite Hammerhütter Weg kommt sie, vom Apollo aus gesehen, links neben der Weiß-Einmündung heraus. Das 28m lange Bauwerk führt also schräg über die Sieg, da auf diese Weise die Höhenunterschiede ohne nennenswerte Steigung überwunden werden können – und vor allem ohne Stufen.

Optische Drillinge

Zunächst legen die Arbeiter auf beiden Uferseiten die Bohrpfähle für die Widerlager an. Danach entsteht das Tragegerüst für den Überbau, dann der Überbau selbst. Die Apollobrücke wird optisch und architektonisch nach demselben Konzept wie Oberstadt- und Bahnhofstraßenbrücke gebaut. Die Betonbrüstung erhält Glaselemente und eine Oberfläche aus Epoxidharz mit einer Graniteinstreuung. „Das wird sehr hochwertig aussehen“, verspricht der Bürgermeister.

2016 steht ein weiterer „abrundender Beitrag“ für Siegens Neue Ufer an: Die Umgestaltung der Fürst-Johann-Moritz-Straße (wir berichteten). Eine Einschränkung macht Steffen Mues allerdings der Form halber: „Ich habe den Bescheid noch nicht in Händen.“

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