Studenten der Uni Siegen besetzen Rektorat
07.11.2012 | 16:59 Uhr 2012-11-07T16:59:00+0100
Siegen. Eine Protestgruppe aus Studenten hat das Rektorat der Siegener Universität gestürmt. In deutlichen Worten kritisierten sie das gegenwärtige Uni-System. Der Protest verlor sich dennoch in ziellosen Diskussionen.
Eine Protestgruppe aus Studenten hat das Rektorat der Siegener Universität gestürmt. Am Mittwochvormittag drangen rund 100 Studenten in das Verwaltungsgebäude in der Innenstadt ein und besetzten für mehrere Stunden einen Raum. Die bereits durch vorangegangene Proteste angeheizte Stimmung an der Uni erreichte damit einen neuen Höhepunkt.
Die Aktion verlief dennoch weitgehend friedlich. Ein Verwaltungsmitarbeiter wurde beim Einmarsch zur Seite gedrängt, er wurde nicht verletzt. Die angerückte Polizei riegelte das Gebäude ab, die Beamten mussten aber nicht weiter einschreiten. Es gab keine Festnahmen. Das Rektorat verzichtete auf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch, um die Situation durch eine Räumung nicht weiter eskalieren zu lassen.
Neuer Protest, neue Kritik
Die Siegener Proteste waren bis dato durch den Unmut über die Studienbedingungen an der hiesigen Uni motiviert. Die Studenten kritisierten überfüllte Hörsäle, den Ausfall etlicher Lehrveranstaltungen und lange Wartezeiten in der Mensa sowie den Buslinien zur Uni. Nun aber äußerten etliche Studierende Kritikpunkte, die weit über die Uni Siegen hinausreichen. Offenbar geht es nun um eine grundlegende Systemkritik. Der Frust entlädt sich an dem aus Sicht der Wortmelder „verschulten“ Studiensystem der Bachelor- und Masterstudiengänge.
Die Universitäten seien auf Druck der Wirtschaft „durchökonomisiert“ worden, sagte einer der Protest-Agitatoren, der seinen Namen nicht nennen wollte. Andere Stimmen in der Studentenschaft äußerten sich gemäßigter. Dabei offenbarte die Protestaktion, dass der Organisationsgrad unter den Studierenden noch nicht besonders ausgeprägt zu sein scheint. Nach der Besetzung verloren sich die Studenten in endlosen Diskussionen, die sich oftmals im Kreis drehten. Die Aktion brachte somit kein eindeutiges Ergebnis.
00:33
Was Herrn Baudzus bei seiner Recherche entgangen zu sein scheint, ist, dass die Aktion nur von einem kleinen Kreis von Studierenden geplant wurde und bis zum Gelingen geheim gehalten werden musste. Ansonsten hätte der Rektor die Türen wohl schon vorher abgeschlossen. Wir restlichen Studenten erfuhren erst während der Vollversammlung via Liveschaltung davon.
In Erster Linie zielte die Aktion auch noch nicht darauf ab, Forderungen zu stellen, sondern einen Raum zu "erobern", in dem wir die Möglichkeit hätten, uns zu konsolidieren.
Entgegen der Behauptungen von Herrn Univ.-Prof. Dr. Holger Burckhart steht nämlich nicht die Hälfte der Universitätsräume leer. In meinem Studienalltag gibt es keine leeren und fast nur überfüllte Räume. Die Uni platzt jetzt schon aus allen Nähten.
Als ich die Versammlung verließ, waren zwar noch viele Punkte ungeklährt, aber insgesammt waren wir auf einem guten Weg.
21:31
Ich kann ja in einem kleinen Winkel meines Verstandes nachvollziehen, dass es mancher noch unschön findet Student*innen zu schreiben - Macht durch Sprache hin oder her. Aber anstelle von "Studenten" einfach mal auf "Studierende" umzusteigen dürfte doch selbst für die Blätter der WAZ Media AG möglich sein, oder?
Nur ein wohlgemeinter Rat.
Manche*r scheint auch sonst keine Probleme zu haben.
Es soll Menschen geben, die strukturelle Diskriminierung auf Grund des Geschlechts nicht für gut befinden. Besagen Gerüchte...