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Streusalz im Siegerland wird schon wieder knapp

20.12.2010 | 17:36 Uhr
Streusalz im Siegerland wird schon wieder knapp

Siegerland.Laut Kalender beginnt der Winter erst am Mittwoch. Doch die Winterdienste stöhnen seit Wochen. Vielerorts werden schon jetzt die Streusalz-Reserven knapp.

Im höchstgelegenen Ortsteil Lippe muss die Gemeinde Burbach jetzt die Hilfe von Fremdunternehmen in Anspruch nehmen. Die eigenen Kapazitäten sind ausgeschöpft. Der viele Schnee hat die Straßen des Dorfes immer enger werden lassen, dazu kommt in der Höhenlage noch der Wind, berichtet Bauhofleiter Jürgen Lüling. Sonntag kam zu den steigenden Temperaturen noch Regen, womit Fahrbahnen sich in Eisflächen verwandelten. Auch das Salz geht in Burbach allmählich zu Ende. Zwar ist der Gemeinde Nachschub versprochen. Aber das sind auch nur maximal 20 bis 30 Tonnen zu den 50, die das Streusalzlager noch beinhaltet. Und das reicht bei anhaltenden Schneefällen allenfalls für ein paar Tage.

Verstärkung aus der Stadtverwaltung

Dasselbe berichtet auch Rainer Schild vom Netphener Tiefbauamt. Dort reicht es noch für fünf bis sechs Tage mit Volleinsätzen. Kreuztal verfügt noch über 200 und 300 Tonnen Salz, so Baubetriebshofleiter Manuel Saez. Die Stadt hat begonnen, Schnee von Straßen und Plätzen abzufahren und hat dafür Sammelplätze am Freibad Buschhütten, Friedhof Eichen und bei der Dreifachturnhalle eingerichtet.

Auf Hilfe aus der Verwaltung kann der Hilchenbacher Tiefbauamtsleiter Michael Schwenke zurückgreifen. Es gibt Mitarbeiter, die nichts mit Bauhof und Winterdienst zu tun, aber den „richtigen“ Führerschein haben. Sie setzen sich ans Steuer von Räum- und Streufahrzeugen, wenn „Not am Mann“ ist. Ansonsten gibt es in Hilchenbach ähnliche Probleme: Die Salzvorräte reichen noch für eine Woche. „Wenns schlimmer kommt, müssen wir eben die Einsätze zurückfahren und nur noch die Steilstrecken räumen“, sagt Schwenke. Derzeit aber gibt es noch „überall schwarze Straßen“.

300 Kilometer Landes- und Bundesstraßen, einschließlich der Hüttentalstraße, hat die Straßenmeisterei des Landesbetriebs Straßenbau in Kreuztal-Eichen im nördlichen Siegerland und im Kreis Olpe zu betreuen. Salzlager in Olpe, Allenbach und Eichen stehen zur Verfügung und können 2000 Tonnen fassen, die derzeit aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Insgesamt hat die Straßenmeisterei nach Auskunft ihres neuen Leiters Daniel Müller noch 600 Tonnen zur Verfügung, wobei die vertraglich ausgehandelten Liefermengen fast schon ausgereizt sind. Der Landesbetrieb bestellt für all seine Niederlassungen landesweit Mengen, die sich am Durchschnittsverbrauch der vergangenen Jahre errechnen. Dass nun aber schon der dritte harte Winter in Folge stattfindet, hatte beim letzten Vertragsabschluss keiner im Blick.

Siegen könnte sich (noch) zurücklehnen

Probleme mit querstehenden Lastwagen, die Räumfahrzeuge nicht passieren lassen, hat die Autobahnmeisterei Freudenberg, die für den Abschnitt der Sauerlandlinie zwischen Haiger/Burbach und Drolshagen zuständig ist. Diese „Blockade“ begünstigt bei starkem Schneefall wiederum die Eisbildung, berichtet der stellvertretende Leiter Rolf Becker. Allerdings verfügt die Autobahnmeisterei mit ihren beiden leistungsfähigen „Jet-Brooms“ über Spezialräumfahrzeuge, die auch unter schwierigsten Bedingungen für freie Bahn sorgen.

Lediglich Siegen könnte sich „zurücklehnen“. Noch rund 2000 Tonnen Streusalz liegen im Salztunnel bereit. Das reicht für 20 Tage „Volleinsatz“. Doch abwarten will man hier nicht: 1000 Tonnen sind nachbestellt.

WR Redaktion

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