Storchenelke aus Eichen, die mit den Störchen klappert

Was wir bereits wissen
Elke Werner alias Storchenelke betreibt eine erfolgreiche Internetseite über Störche. Störche sind Glücksbringer, findet sie. Auch ihr haben die Tiere einmal sehr geholfen.

Kreuztal-Eichen.. Werner und Luise aus Dorsten, Manfred und Manuela aus Mannheim, Sigi und Siglinde aus Bad Waldsee. Elke Werner schaut vielen Paaren direkt ins Nest. 324 Storchen-Webcams hat die Eichenerin auf ihrer Internetseite verlinkt, die größte Sammlung in Deutschland. Das Schwarz-weiße-Treiben ist drollig, beeindruckend und manchmal auch sehr traurig. „Wenn man zum Storchenfan wird, muss man auch viel weinen“, sagt Werner. Nur jeder fünfte Weißstorch überlebt das erste Jahr.

Wer etwas über Weißstörche im Internet sucht, landet nach wenigen Klicks auf der Seite www.storchenelke.de. Denn Elke Werner aus Eichen hat ihre Seite perfekt für die Suchmaschine Google optimiert. Nicht, weil sie einen Experten beauftragt hat, sondern weil sie Inhalte bietet, die sonst keiner im Netz in dieser Dichte zusammengestellt hat. Jede Menge Fakten und Geschichten rund ums langbeinige Federvieh und eben die vielen, vielen Storchen-Webcams aus der ganzen Welt.

Bald geht die Storchen-Soap weiter

Zu sehen ist dort noch nicht so viel, auf manchen Horsten liegt noch Schnee. Doch in der Pfalz und am Bodensee stehen schon die ersten Störche im Horst. „Die Westzieher kommen gerade aus ihren Winterquartieren in Afrika und Südspanien zurück“, erzählt Elke Werner, unter den Storchenfans nur als Storchenelke bekannt. Bald beginnt die spannende Zeit. Paare finden sich, die Horste werden renoviert. Dann geht es mit der Storchen-Soap weiter.

„Besonders schön ist es, wenn man auch zuhören kann“, sagt Elke Werner. „Dieses Klappern. Einfach toll“, sagt sie und lacht. Wie eigentlich immer, sobald sie über ihre Störche erzählt. Die Tiere tun ihr gut. Das merkte sie 2006. Nach einer dunklen Phase klapperten sie die Weißstörche wieder ins Leben zurück. Sie beobachtete Willi und Antonia, ein Storchenpaar in Bad Waldsee am Bodensee, das sich so liebevoll um seine drei Jungstörche kümmerte. „Ich habe jeden Tag geguckt und mich verliebt.“ Seither steht für Elke Werner fest: Störche sind Glücksbringer. „Störche sind dem Menschen ganz nahe und es gibt über sie keine schlechten Geschichten“, sagt Elke Werner, deshalb sind sie so beliebt. Überall wo sie auftauchen, verbreiten sie Freude.

Elke Werner hat Storchenfreunde in der ganzen Welt

Irgendwann legte Elke Werner die Seite Storchenelke.de an. So entstand nach und nach ein dichtes Geflecht aus Wissen, Geschichten, Fotos und eben den Webcams. Mittlerweile hat sie jede Menge Storchenfreunde, auch aus Ecuador und Brasilien. Sie kennt viele Nestbetreuer persönlich und stellt immer wieder Kontakte her. „Ich bin so etwas wie eine Vermittlungsstelle.“

Tierdrama Oft kommen Anfragen per E-Mail. „Darf ich Störche im Winter füttern?“, fragen die Leute zum Beispiel. Nein, darf man nicht. „Störche verlieren sonst den Zugdrang. Wenn sie hungrig sind, fliegen sie nach Frankreich zu den Müllkippen. Das schaffen die Tiere locker an einem Tag“, erklärt sie. Mittlerweile ist sie zu einer richtigen Expertin geworden. Sogar Ornithologen fragen bei ihr nach. „Ich stelle mein Licht manchmal zu sehr unter den Scheffel.“

Im Spätsommer gehen Werners gern auf Storchentour und besuchen die Horste im Süden. Ihrem Mann lässt sie immer die Wahl: Zur See oder zu den Störchen? „Er darf sich entscheiden, aber er entscheidet sich immer für mich“, sagt sie und muss wieder lachen.

Fakten über Störche – es gibt sogar schwule Storchenpaare

1. Störche stehen auf ihren vier Zehen. Tatsächlich ist der dicke Knubbel in der Mitte der orangefarbenen Storchenbeine nicht das Knie, sondern die Ferse. Setzt sich ein Storch hin, klappt dieses Gelenk nach hinten. So ist es auch bei Flamingos. Das Gelenk heißt Intertarsalgelenk. Wenn der Storch das einrastet, steht er auch auf einem Bein unglaublich sicher. Deshalb konnte Kurt, der Littfelder Storch, auch während Kyrill auf einem Bein in seinem Nest stehen.

2. Ein Horst kann mehr als zwei Tonnen wiegen. Da Störche zu ihren alten Nestern zurückkehren, wenn die Nachzucht dort im Vorjahr erfolgreich war, werden die alten Nester aufgestockt. Mit vielen Ästen und Moos. So kann ein Nest mit den Jahren schwer werden. Da sich Weißstörche meist auf Schornsteinen oder Kirchen niederlassen, behalten ehrenamtliche Nestbetreuer die Horste im Blick, damit die Gebäude keinen Schaden nehmen. Wenn die Paare ausgezogen sind, wird das Nest abgetragen.

3. Störche sind nicht treu. Störche sind in erster Linie ihrem Horst treu und kommen jedes Jahr wieder, wenn der Neststandort gut war. Die Arterhaltung steht an erster Stelle. Wenn der Partner nicht wenige Tage nach ihm aus dem Süden kommt, nimmt er sich einen anderen Partner. „Manchmal den ersten, der am Horst erscheint“, sagt Elke Werner.

4. Weißstörche können nicht schwimmen. Deshalb fliegen die Tiere auch über die Straße von Gibraltar oder über den Bosporus zu den Winterquartieren. Müssten sie im Wasser notlanden, würden sie sofort untergehen, weil sich das Gefieder mit Wasser vollsaugt. „Ein weiterer Grund, warum sie nicht über das Meer fliegen, ist die fehlende Thermik dort“, erklärt Elke Werner. Weißstörche suchen sich einen Luftwirbel, steigen damit auf und segeln dann. Deshalb segeln Störche meist bei Sonnenschein. Flattern wie kleine Vögel können sie nicht über eine lange Strecke.

5. Störche fressen kaum Frösche. Dafür viel lieber Insekten, Würmer und Mäuse. Für eine fünfköpfige Storchenfamilie müssen fünf bis sechs Kilogramm Futter am Tag gesammelt werden. Die Weißstörche bevorzugen für ihren Lebensraum weite Wiesen und seichtes Gewässer. Das dichtbewaldete Siegerland fällt daher als Storchengebiet aus. Die nächsten Horste gibt es im hessischen Edertal oder in Dorsten. Dort brüten Werner und Luise.

6. Es gibt schwule Störche. In Bad Waldsee bewohnten zum Beispiel von 2008 bis 2010 Siegfried und Roy ein Nest. 2011 wurden ihnen in Ingoldingen sogar Eier untergeschoben, die die beiden Männchen bebrüteten.

7. Die meisten Störche sterben an Hochspannungsleitungen. Generell ist die Sterberate bei Weißstörchen hoch. Nur jeder fünfte Storch überlebt das erste Jahr.

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