Stinkbombe in Siegener Disko - dem "Bachelor" wurde übel

Nach einem Stinkbombenangriff ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung.
Nach einem Stinkbombenangriff ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
Nach einer Stinkbomben-Attacke in einer Siegener Disko muss Bachelor Oliver Sanne seinen Auftritt abbrechen. Es roch nach Erbrochenem und Fäkalien.

Siegen.. Die Siegener Diskothek Reichwaldz ist zum zweiten Mal Ziel einer Stinkbombenattacke geworden. Bachelor Oliver Sanne, der Stargast an diesem Abend, bricht seinen Auftritt ab. Der Schaden, so schätzt Betreiber Hüseyin Fidan, liegt allein am Samstagabend bei 15 000 Euro.

Gegen Mitternacht feiern etwa 550 Gäste in der Disko. Um diese Uhrzeit geht es im Reichwaldz erst richtig los. Auch Bachelor Oliver Sanne sorgt dafür, dass sich der Club füllt. Gegen 0.30 Uhr schlägt aber der Stinkbombenwerfer zu. Unbekannte lassen auf der Tanzfläche Kartuschen mit Übelkeit erregenden Stoffen platzen. Es riecht nach Erbrochenem und Fäkalien. „Ein ekelhaftes Zeug“, sagt Hüseyin Fidan. Ein Großteil muss die Diskothek sofort verlassen. Die Menschen klagen über Übelkeit und Erbrechen. Auch der Bachelor muss sich übergeben. Mehrere Gäste und sechs Mitarbeiter klagen noch am Sonntag über die Symptome. Hüseyin Fidan erstattet Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Imageschaden enorm

An einen Zufall glaubt der Reichwaldz-Betreiber nicht. Bereits vor vier Wochen gab es einen Stinkbombenangriff in der Disko an der Sandstraße. „Allerdings nicht in der Intensität wie am Samstag.“ Viele Gäste seien vom rausstürmenden Publikum abgeschreckt worden. Der Imageschaden sei noch höher als der ausgebliebene Getränkeumsatz, so Hüseyin Fidan. Er ist wütend. „Ich bin maßlos enttäuscht, dass man versucht, uns mit solchen Mitteln platt zu machen.“ So etwas habe er in seinen 28 Jahren als Gastronom in Siegen noch nicht erlebt. Er betreibt unter anderem Casas Pizza, Segafredo und das Plan B/Wohnzimmer in der Bahnhofstraße.

Auf der Herrentoilette wird noch in der Nacht eine schwarze Stinkbomben-Verpackung gefunden. Über den österreichischen Hersteller, so hofft Fidan, könne man sicher an die Käuferadressen aus der Region kommen. Zudem setzt er in Zukunft verstärkt auf Videoüberwachung in seinem Club. Für Tipps, die zu den Tätern führen, lobt Fidan eine Belohnung von 1000 Euro aus.

Auf der Internetseite des Stinkbomben-Herstellers heißt es: „Die Stinkbomben enthalten Aromastoffe, sind jedoch frei von chemischen Stoffen und entsprechen den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen. Daher sind sie in Deutschland und Österreich legal.“ Dennoch warnt der Hersteller davor, die Stinker in Räumen einzusetzen.

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