Stillstand in der Stadtmitte
23.03.2011 | 00:00 Uhr 2011-03-23T00:00:00+0100
Kreuztal.Gerade ein Jahr ist es her, dass Stadtbaurat Eberhard Vogel im Infrastrukturausschuss vorgebliche Umbaupläne für den leerstehenden früheren Extra-Markt präsentierte: Der Verwalter aus dem Rheinland befand sich in Verhandlungen mit mehreren Interessenten, die den seit Mai 2009 geräumten früheren Verbrauchermarkt unter sich aufteilen wollten. Verschiedene Branchen des Einzelhandels sollten sich dort ansiedeln.
Aber aus der geplanten „Dreiteilung“ wird wohl nichts. Darauf deuten die Schilder hin, die neuerdings an dem immer noch mit „Extra“-Reklame drapierten Komplex in der Kreuztaler Stadtmitte darauf hinweisen, dass das Gebäude zu mieten sei. Die Redos Real Estate aus Lohmar bei Köln hat die Verwaltung des Objekts nach vergeblichen Versuchen, wieder Leben in den größten Leerstand Kreuztals zu bringen, weitergereicht. Jetzt ist Ansprechpartner die Immobiliengesellschaft Garigal Asset Management aus Frankfurt.
Extra-Eigentümer
sitzt in London
Die Zahl der Leerstände in de Kreuztaler Stadtmitte ist in den vergangenen Monaten leicht rückläufig gewesen. So haben sich inzwischen ein Blumengeschäft an der Siegener Straße und ein Finanzdienstleister an der Marburger Straße angesiedelt. Neu ist auch ein Fitness-Studio nur für Frauen, das in diesen Tagen eröffnet worden ist. Nun stehen noch etwa neun Lokale leer.
Garigal hat vor etwa vier Wochen von Redos die Vermarktung des 1981 als „Plaza“ eröffneten, später als „Allkauf“, „Real“ und zuletzt als „Extra“-Markt geführten Einzelhandelsgeschäftes übernommen. Eigentümer ist aber weiterhin ein börsennotierter Fonds, der seinen Hauptsitz in der britischen Hauptstadt London hat.
Diese und weitere Entwicklungen standen am Dienstag im Mittelpunkt der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Der zuständige Sachbearbeiter Michael Häusig hatte eine Präsentation vorbereitet, in der alle Veränderungen seit Start der Marketingoffensive der Stadt Kreuztal im vorigen Winter rekapituliert wurden (siehe Infobox). Nach wie vor sind die Leerstände in und um die Stadtmitte dominant – allen voran der „Extra“-Markt und das auf der gegenüberliegenden Marktplatzseite gelegene Rathauscenter.
Kein Weiterkommen
bei Rathauscenter
Zu dem vor 20 Jahren neben dem Rathaus errichteten Gebäudekomplex waren immer wieder Überlegungen angestellt geworden, wenigstens die Squash-Halle neben dem Bahnübergang für städtische Zwecke zu nutzen. So war schon einmal daran gedacht, die in der Gelben Villa ansässige Stadtbibliothek dorthin umzusiedeln. Doch laut Bürgermeister Walter Kiß ist das derzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich.
Die Nutzung des Obergeschosses des Rathauscenters, die der Stadt seit langer Zeit am Herzen liegt, scheitere auch, so Kiß im Ausschuss, „an der Ablehnung des Eigentümers“. Die Squash-Halle beispielsweise wird schon seit 1995 nicht mehr genutzt.
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