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Stillstand in der Fritz-Erler-Siedlung

08.06.2009 | 21:00 Uhr
Stillstand in der Fritz-Erler-Siedlung

Vorerst wird es keine Modernisierung der 40 Jahre alten Erler-Siedlung in Kreuztal geben.

Auch wenn der neue Eigentümer Whitehall vorerst Investitionen zur Modernisierung der 40 Jahre alten Fritz-Erler-Siedlung in Kreuztal ablehnt, will die Stadt Kreuztal in ihren Bemühungen um eine Verbesserung und Umstrukturierung des Wohnumfelds nicht nachlassen: „Wir haben die Erler-Siedlung nicht abgeschrieben”, betonte am Montag Kreuztals Bürgermeister Rudolf Biermann.

Denn vor einigen Tagen kam die Absage: Bei der regelmäßigen Beiratssitzung für die Quartierserneuerung mit Beteiligten aus Politik, Verwaltung, freien Trägern und Stadtteilbüro machte LEG-Geschäftsführer Andreas Vondran deutlich, dass die baulichen Verbesserungen trotz in Aussicht stehender Millionenzuschüsse aus der EU-Kasse vorerst auf Eis gelegt sind. Die landeseigene LEG hat ihre sämtlichen 90 000 Wohnungen im vorigen Jahr zwar an die zur Goldman-Sachs-Bank gehörende Whitehall-Gruppe verkauft, doch sie ist als Verwalter noch im Boot.

„Weiterhin für die

Bewohner einsetzen”

„Allen Problemen zum Trotz” werde die Stadt sich weiterhin für die Siedlung und ihre 2000 Bewohner einsetzen, betonte Biermann und erinnerte auch an die Zusage der Landesregierung, die wichtige Bedingungen an den Verkauf der LEG-Wohnungsbestände geknüpft habe: die in einer Charta beschriebene „soziale Komponente”. Die Stadt werde darauf pochen, dass Finanzminister Helmut Linssen (CDU) zu seinem Wort steht.

Ärgerlich für die Stadt ist, dass inzwischen Mittel aus dem Ziel-II-Förderprogramm der Europäischen Union für den Stadtumbau-West in Höhe von zwölf Millionen Euro für die Erler-Siedlung bewilligt sind, aber nicht abgerufen werden, weil Whitehall sich auf das Vermieten der LEG-Wohnungen beschränken und nicht investieren will. Dabei ist das Geld ausdrücklich für Erneuerung problematischer Stadtquartiere reserviert. Die Stadt hatte 2007 einen Antrag gestellt, der als förderungswürdig eingestuft und nach Brüssel weitergeleitet wurde.

Workshops wurden veranstaltet, ein Höchstmaß an Mieterbeteiligung war gegeben, Fachbüros gaben sich die Klinke in die Hand: Die städtebauliche und energetische Modernisierung der Erler-Siedlung mit Millionenaufwand schien als zeitnah zu realisierende Zukunftsvision mit Händen zu greifen zu sein. Bürgermeister Rudolf Biermann war schon im Mai fast auf dem Weg zur LEG nach Düsseldorf, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Inzwischen ist klar: Vorerst wird nichts passieren.

Übrig sind für die Modernisierung der Erler-Siedlung nur noch Reste des mit 2,7 Millionen Euro dotierten Bewilligungsbescheids für Stadterneuerung aus dem Jahr 2005. Eine Million ist für die Umgestaltung des Heugrabens eingeplant, 750 000 Euro für den Nachbarschaftstreff Danziger Straße. Die restliche Million wäre für die Erler-Siedlung reserviert gewesen - etwa für eine bewohnerfreundlichere und barrierefrei Umgestaltung des Eggersten Rings.

Ohne Eigentümer

keine Investitionen

Uwe Montanus vom städtischen Amt für Stadtteilmanagement: „Das machen wir aber nicht ohne Eigentümer: Vorne schicke Straßen und hinten marode Häuser ergeben keinen Sinn.” Inzwischen ist der Nachbarschaftstreff an der Danziger Straße im Bau; dieses Versprechen wurde eingehalten. Vor der Kulisse des Rohbaus ist für Samstag, 20. Juni, ein Stadtteilfest von 14 bis 20 Uhr geplant. Es ist das dritte Nachbarschaftsfest unter dem Motto „Miteinander leben”. Geboten wird ein vielseitiges Bühnenprogramm mit Aufführungen des Kindergartens, des Kreuztaler Kinder- und Jugendchors und der Gesangsgruppe „Radost” sowie folkloristische Darbietungen und Tanzeinlagen. Dazu gibt es einen Kinderflohmarkt, Kutschfahrten durch die Siedlung, Karaoke und Hüpfburg.

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