Stiller Wettstreit um Discounter

ie Abbruchgenehmigung ist erteilt. Aber noch ist dii Aldi-Ansiedlung nicht besiegelt.
ie Abbruchgenehmigung ist erteilt. Aber noch ist dii Aldi-Ansiedlung nicht besiegelt.
Foto: WP

Hilchenbach..  Für manchen Bürgermeister ist das eine Schreckensvision: eine Innenstadt ohne einen Discountmarkt der Aldi-Kette. Was Netphens Bürgermeister Paul Wagener nicht mehr abwenden konnte, nachdem das Unternehmen jahrelang auf Zugang zu einem besseren und größeren Standort gedrängt hatte, könnte auch Hilchenbach blühen. Nicht, dass die Gesprächspartner aus den entsprechenden Abteilungen des Discount-Riesen bereits ausgesprochen hätten: Die Strategen in den Rathäusern von Hilchenbach und Kreuztal wissen auch so, dass sie ab sofort um „ihren“ Aldi konkurrieren.

Umzugswunsch seit 2008

Seit 2008 will Aldi heraus aus dem Gerberpark. 600 Quadratmeter klein ist das Ladenlokal dort, unmittelbar neben dem Vollsortimenter Rewe, mit ein paar Parkplätzen vor dem Haus, einem nur per Aufzug erreichbaren Parkdeck auf dem Oberdeck und dem Konkurrenten „Netto“ gegenüber im ehemaligen Park der Villa Kraemer. Aldi zieht es , jahrelang noch gegen den Willen der Stadt, in die Herrenwiese — und seit die USH-Schraubwerkzeugfabrik den Standort verlassen hat, gibt es auch kein Halten mehr. Im vorigen Jahr hat ein Projektentwickler vorgestellt, wie Aldi und ein Fachmarkt (Hilchenbacher Wunschkandidaten: dm oder Rossmann) dort untergebracht werden können. Die Bauvoranfrage ist vom Kreis positiv bescheiden worden, das Grundstücksgeschäft ist beurkundet, die Abbruchgenehmigung ist erteilt. Nur den Mietvertrag mit Aldi — den hat der Investor noch nicht in der Tasche.

Kressner-Schließung mit Folgen

„Natürlich guckt Aldi auf beide Kommunen“, ahnt Hilchenbachs Baudezernent Michael Kleber. 550 Quadratmeter hat der Discounter im Kredenbacher Einkaufszen­trum, das auch von einer nennenswerten Kundschaft aus den westlichen Hilchenbacher Stadtteilen angesteuert wird. Die Stadt Kreuztal lässt derzeit Gutachter untersuchen, wie viel größer Aldi werden darf, ohne der Innenstadt zu schaden. Spätestens seit der letzten Adventswoche 2014 ist klar, wie viel sich in Kredenbach verändern kann: Kressner macht Ende 2015 zu, dann ist viel Platz in dem Einkaufszentrum, in dem auch der Rewe-Markt Erweiterungsbedarf angemeldet hat.

799 Quadratmeter Verkaufsfläche hatte Aldi im Jahre 2011 für das USH-Gelände in Hilchenbach beantragt. In Kredenbach wäre ein Zuschlag von 250 Quadratmetern drin, wenn die Stadt ihrem Einzelhanelskonzept von 2010 folgt — macht dann unter dem Strich 850 Quadratmeter. In Hilchenbach, so Baudezernent Kleber, habe sich das Aldi-Interesse inzwischen „etwas modifiziert“: 1000 Quadratmeteer Verkaufsfläche stehen nun zur Debatte. Weil der Bebauungsplan alt ist, gilt das 799--Quadratmeter-Limit noch nicht, von dem an die strengen Regeln für den großflächigen Einzelhandel gelten. Bis zu 1200 Quadratmeter, so Kleber, wären drin.

Standort Ruinener Weg: Die andere Baustelle

Ein Wohn- und Geschäftshaus soll auch Platz am Ruinener Weg finden — da, wo Aldi hingezogen wäre, wenn das Haus Hüttenhain nicht als Denkmal geschützt bliebe. Die Fläche ist begrenzt: Parkplätze sollen erhalten bleiben, der Langenfelder Bach soll geöffnet werden.
„Wir sind in Gesprächen“, berichtet Baudezernent Michael Kleber, „natürlich versuchen wir, dort weiterzukommen.“