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Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen

06.08.2012 | 17:33 Uhr
Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen
Ein unbekannter Steuersünder hat beim Finanzamt Siegen sein Gewissen erleichtert.Foto: Finanzamt Siegen

Siegen.   Ein anonymes Schreiben sorgte im Finanzamt Siegen für Freude: Ein unbekannter Mitbürger wollte sein Gewissen erleichtern und "spendete" dem Finanzamt rund 2000 Euro, die er durch falsche Angaben bei seiner Steuererklärung hinterzogen hatte. Der Unbekannte hat dadurch zwar ein reines Gewissen, aber immer noch keine weiße Weste.

Normalerweise ist das Öffnen und Bearbeiten eingehender Briefe im Finanzamt Siegen nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Dass die Post gar regelrechte Freude auslöst, kommt so gut wie niemals vor. Ganz anders jedoch am Montag: „Die Arbeitswoche begann für Amtschef Günter Michel erfreulich: In einem an ihn persönlich adressierten Briefumschlag befanden sich vier gebrauchte 500-Euro-Scheine, also 2000 Euro in bar“, erklärt Heiko Müller, Geschäftsstellenleiter und Sprecher des Finanzamts Siegen.

Dem beigefügten Anschreiben ist zu entnehmen, dass ein „reuiger Steuerzahler“ sein schlechtes Gewissen erleichtern wollte. Durch Falschangaben bei den Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung habe er oder sie im Jahr 2004 rund 2000 Euro an Steuern und Zinsen zu wenig gezahlt.

Geld wird zugunsten der Steuerzahler verbucht

„Die anonyme Steuernachzahlung wird nun im Haushalt unter Einkommensteuer zugunsten aller Steuerzahler verbucht, und der einzahlende Bürger hat ein ruhiges Gewissen“, sagt Müller hörbar amüsiert. Auch der Direktor des Amtes habe laut lachen müssen, als er seine Post sichtete und den wertvollen Inhalt des Briefes entdeckte.

Nur einmal dürfte das Öffnen der Briefe im Finanzamt mehr Spaß gemacht haben. „1997“, erinnert sich Müller, fanden 20.000 DM auf diese ungewöhnliche Weise ihren Weg zum Fiskus. Wer diese großzügige „Spende“ seinerzeit über den Postweg ablieferte, ist nicht klar. Denn im Gegensatz zum aktuellen Fall gab es vor 15 Jahren kein Begleitschreiben.

Der „reuige Steuersünder“ jedenfalls hat jetzt zwar ein reines Gewissen, aber keine weiße Weste. „Klüger wäre es gewesen, sich selbst anzuzeigen und dann zu zahlen“, so Müller. Sollte das Steuervergehen doch mal aufgedeckt werden, muss er oder sie noch mal zahlen.

Von Sinan Sat


Kommentare
08.08.2012
19:22
Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen
von Andercover | #6

Es stimmt tatsächlich, die Doofen sterben nicht aus !

08.08.2012
19:02
Gibbet nich ...
von Visionaer | #5


Mir fehlen die Worte.
Der Mann muß ein gläubiger Christ sein.

Da geht das Lamm auch freiwillig zur Schlachtbank und Geschlagene halten freiwillig die zweite Wange hin ... oder wie war das noch ?

08.08.2012
18:44
Gegenrechnung
von bearny | #4

Man könnte glatt auf den Gedanken kommen, seinen Nachnamen in "Finanzamt" zu ändern.
Poblematisch könnte nur werden, daß man sich dann Bodyguards zulegen muß, was wiederum die Frage aufwirft, ob sich das dann noch lohnt,...

08.08.2012
17:19
Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen
von KamSahSiegteTraurig | #3

Im Weitesten Sinne
ist es eine Schenkung
an das Finanzamt und
das muß mit 25% besteuert
werden :-)

Da beißt sich die Katze am Schwanz ;-)

Was ist, wenn die SteuerCD aus der Schweiz einkehrt und er wird enttarnt, so ohne Beleg?

Andersherum, wenn die Person eigentlich nur ein Teil ihrer Schuld begleicht, dann ist diese weiterhin eine Verbrecherin, Betrügerin oder sonstwas denn das Geld kann dann nicht nach Griechenland oder Spanien oder ähnliche exportiert werden. Sowas auch!

Apropos, kann mir einer sagen, warum die Kinderspielplätze versc hwinden, Schulen verrotten oder bald nicht mal einen einzigen Erholungsheim für Blinde in Deutschland haben? Ist die Innenpolitik so unwichtig geworden? Wir haben viel Spielraum für unser Gewissen, vergessen wir es endlich!

1 Antwort
Steuer-CD
von Visionaer | #3-1


auf der CD sind Daten von Deutschen, die Schwarz-Geld in der CH angelegt haben. Diese Klientel zündet sich mit ärmlichen EUR 2000 üblicherweise die Cohiba an oder putzt sich damit den Anus ab.

08.08.2012
15:28
Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen
von Talion | #2

....das kann ich gut verstehen, denn sicherlich hat der kleine Betrüger keine renommierte LawFirm die er vorschicken kann und die ihn schmerzfrei aus der Affäre zieht. Das bleibt wohl eher den Großen dieser Welt vorbehalten.

08.08.2012
15:13
Steuerbetrüger in Siegen plagte das schlechte Gewissen
von DieterBensberg | #1

Wirklich sehr ungewöhnlich.
Normalerweise faxt man so etwas....

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