Sterndill-Schule verabschiedet sich

Trommelwirbel zum Abschied: Bis zu 94 Schüler hatte die kleine Förderschule auf dem Sterndill einmal . In diesen Tagen gehen die letzten 24.
Trommelwirbel zum Abschied: Bis zu 94 Schüler hatte die kleine Förderschule auf dem Sterndill einmal . In diesen Tagen gehen die letzten 24.
Foto: WP

Deuz..  Die ersten zwölf sind weg — die Zehntklässler der Förderschule Am Sterndill, denen ihre Lehrer Jenny Lauff und Guido Gaßler gerade die Abschlusszeugnisse überreicht haben. Die anderen zwölf gehen nächsten Freitag, um nach den Sommerferien an der Siegener Pestalozzischule weiterzulernen. Und mit ihnen die letzten Lehrer, Betreuungskräfte, Hausmeister, Sekretärin und Reinigungsfrau. „Wir werden dann den Schlüssel abgeben“, sagt Rektor Dr. Christof Langenbach und verabschiedet sich selbst mit dem Wunsch, „nicht traurig stehen zu bleiben bei diesem schmerzlichen Abschied von dieser schönen, starken Schule.“

Die ersten Tränen sind schon getrocknet, als die Zehntklässler Stefan Drunk und David Ziegner das Mikrofon nehmen, um — wie zuvor Ines Dorett Ziegner für die Eltern – Danke zu sagen und Siegermedaillen an ihre Lehrer zu verteilen. „Kommen Sie bitte mal nach vorne“ — welcher Schüler träumt nicht davon, so eine Aufforderung auch einmal selbst auszusprechen? „Wir waren damals noch sehr jung“, hebt der eine von beiden an, und der andere lobt den Langmut der Lehrerin, „auch wenn’s manchmal wirklich sehr kompliziert war mit uns.“ Das klingt schon ganz schön erwachsen.

Die Zukunft im Umzugskarton

„Ich wünsche euch, dass ihr Dinge mitnehmt, für die man keinen Karton braucht“, hat Dr. Langenbach vorher gesagt und selber einen gepackt, einen von den vielen, die schon überall abholbereit für die Spedition herumstehen. Das Fotoposter von der Eröffnung von Netphens nach wie vor neuester Schule im Jahr 1999 steckt er dort ­hinein, Pokale, die irgendwann gewonnen wurden. Und das Schild mit dem Titel „Schule der Zukunft“, der den Deuzern gerade verliehen wurde. „Noch gar nicht ausgepackt“, stellt der Rektor fest. Jetzt lachen alle.

In der Kirche hat die Abschiedsfeier begonnen, Pfarrer Tim Winkel hat gepredigt, Dr. Langenbach hat selbst die Orgel gespielt. Alle sind sie gekommen hinauf auf den Sterndill: die Vertreter der Politik und der Verwaltung, ehemalige Schüler und Lehrer, alle Leiterinnen und Leiter der Netphener Schulen, mitten unter ihnen Manfred Schäfer, der die damalige Sonderschule in Unglinghausen geleitet und ihren Neubau in Deuz vorbereitet hat. Schäfer habe sich zu Recht für die gute Ausstattung eingesetzt, dankt sein Nachfolger: „Die Schule sieht an vielen Stellen noch aus wie neu.“

Trommelwirbel: Schüler vom Sterndill und von der benachbarten AWO-Schule Am Sonnenhang machen zusammen Musik. Seit zehn Jahren gibt es das gemeinsame Projekt beider Schulen. „Da zeigt sich echte Nachbarschaft, die sich in den letzten Jahren zur Freundschaft geworden ist“, sagt Dr. Langenbach, „wir haben hier oben kein einsames Schattendasein geführt.“ Bürgermeister Paul Wagener lobt die Arbeit der Schule, die hoch angesehen sei und intensiv an der Gestaltung der inklusiven Schullandschaft mitgearbeitet habe. Vorher wendet er sich an die Jugendlichen. „Ihr seid so gefördert worden, dass ihr in der Gesellschaft euren Platz einnehmen könnt. Setzt euch für das ein, was euch wichtig ist“, fordert Wagener, „besinnt euch auf eure Stärken.“ Der letzte Gruß gilt allen: „Leben Sie wohl. Glück Auf.“ Aber vorher wird noch ganz lange gefeiert.

Mindestschülerzahl verfehlt

Die Schule Am Sterndill wird geschlossen, weil die Mindestschülerzahl nicht erreicht wird. Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf stehen alle Schulen in Netphen offen.

Rektor Dr. Christof Langenbach übernimmt nun die St. Laurentius-Schule in Attendorn.