Steffen Mues: „Bär passt nicht vor jetzt schöne Stadtmauer“

Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Der Berliner Bär neben der City-Galerie
Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Der Berliner Bär neben der City-Galerie
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Steffen Mues äußert sich gegenüber Fraktionschefs zur Standortfrage des Berliner Bären. Die UWG bezichtigt ihn unterdessen in einem Detail unkorrekte Aussagen zu machen.

Siegen..  Die Diskussion um den Berliner Bären geht weiter – und wird zum Politikum. Die UWG-Fraktion greift Bürgermeister Steffen Mues an und bezichtigt ihn falsche Aussagen im Zusammenhang mit politischen Entscheidungen zur Standortfrage gemacht zu haben.

Mues hatte am Dienstag in einem Schreiben an die Fraktionschefs die Klagen Siegener Lokalpolitiker über den Vorschlag der Verwaltung, die Skulptur neben der City-Galerie zu platzieren, kritisiert. „Ich möchte an dieser Stelle daher nochmals ausdrücklich daran erinnern, dass es ein Beschluss der Politik war, dass der Bär nicht mehr am Kölner Tor aufgestellt werden soll und wir mit der aktuellen Vorlage einem Auftrag der Politik folgen“, so Mues mit Bezug auf einen Beschluss des Kulturausschusses 2013.

Das Gremium habe damals dafür votiert, dass der Bär nicht ans Kölner Tor zurückkehrt. „Ich war damals sehr verärgert“, so Mues. Heute sei er der Überzeugung: „Der Bär passt nicht mehr vor die nunmehr wirklich schöne historische Stadtmauer. Geschmacklich gesehen finde ich die Animationen, die man jetzt in den Medien findet, einfach nur entsetzlich.“ Ob er mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Platz am Bahnhofsrand sympathisiert, geht nicht aus dem Schreiben hervor.

UWG: Politik nie gegen Kölner Tor

Günther Langer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UWG, widerspricht Mues in einem entscheidenden Detail. In keiner Sitzung des Kulturausschusses sei ein Beschluss gefasst worden, für den Berliner Bär einen anderen Standort als den am Kölner Tor vorzusehen. In dem Beschluss vom 16. Juli 2013 heißt es wörtlich: „Der Kulturausschuss des Rates der Stadt Siegen beauftragt die Verwaltung, bis zur nächsten Ausschusssitzung, eine Verwaltungsvorlage mit geeigneten geprüften Standortvorschlägen zu erarbeiten.“ ( Hier gibts das Dokument zum nachlesen.)

Diesem Auftrag sei die Verwaltung erst jetzt – fast zwei Jahre später – nachgekommen. Es sei daher nicht nachzuvollziehen, „dass Bürgermeister Mues sich jetzt öffentlich mokiert, wenn Kritik an seinem Vorschlag geäußert wird, den Berliner Bär vor der City-Galerie mit neuem Standort aufzustellen“, so Langer, der im Namen seiner Fraktion Mues auffordert, „seine öffentlichen Äußerungen richtigzustellen und zurückzunehmen, dass die Ausschuss-Politiker sich 2013 im Kulturausschuss klar gegen den Standort für den Berliner Bär am Kölner Tor ausgesprochen hätten.“

Mues selbst lehnt den Platz am Kölner Tor auch ab, weil das mit Mehrkosten verbunden sei. „Wenn man der Meinung gewesen wäre, der Bär solle an den alten Standort zurückkehren, dann hätte man das in den Ausschreibungen für Siegen zu neuen Ufern vorsehen müssen und in dieser nicht ganz einfachen topographischen Lage einen Sockel für den Bären mit anbringen müssen.“

Weitere Plätze, wo der Bär nicht stehen sollte, gibt es hier .

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