Stahlwerk spart Wasser
14.02.2012 | 15:36 Uhr 2012-02-14T15:36:00+0100
Siegen-Geisweid.Die Deutschen Edelstahlwerke sparen zukünftig am Standort Siegen ein Drittel ihres Trinkwasserverbrauchs ein. Dafür investierte das Unternehmen in eine neue Aufbereitungsanlage, die Wasser aus dem nahe gelegenen Ferndorfbach filtert und somit als Betriebswasser einsetzbar macht.
„Wir filtern das Flusswasser aufwendig, weil es ansonsten unsere Anlagen beschädigen würde“, berichtet Dr. Thomas Helsper, Leiter des Walzwerks in Siegen.
Tiefbrunnen war keine Alternative
Im ersten Schritt reinigt ein Filter das Wasser von Eisen und Mangan, dann wird es von einer Vollentsalzungsanlage enthärtet. Von dort befördert eine Pumpe das Wasser in einen 25 Kubikmeter umfassenden Behälter, in dem die Wasserqualität kontinuierlich und automatisch kontrolliert wird. Anschließend setzen die Deutschen Edelstahlwerke das gereinigte Wasser bei der Stahlherstellung und -verarbeitung ein, zum Beispiel als Wasserdampf im Stahlwerk. „Mittels Dampf erzeugen wir ein Vakuum in der Vakuumbehandlungsanlage, in der wir den rostfreien Stahl nach der Erschmelzung im Elektrolichtbogenofen entgasen“, erklärt Dr. Helsper. Dadurch erhält der Stahl die gewünschten Eigenschaften wie Härte, Zähigkeit oder einen bestimmten Reinheitsgrad.
Vor rund zwei Jahren begann Walzwerk-Mitarbeiter Jens Eisbach sich damit zu beschäftigen, ob und wie der Trinkwasserverbrauch langfristig zu senken ist. „Eine Variante wäre gewesen, Wasser aus den vorhandenen Tiefbrunnen auf unserem Gelände zu verwenden. Aufgrund des sehr kalkhaltigen Bodenwassers ließ sich diese Idee technisch jedoch nicht umsetzen.“ Eine Untersuchung des Betriebsforschungsinstituts VDEh (BFI) in Düsseldorf bescheinigte schließlich dem Wasser in der Ferndorf ausreichende Wasserqualität. Mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage werden Schadstoffe entfernt, die Anlagen beschädigen könnten. Die Edelstahlwerke verbrauchen jährlich rund 100 000 Kubikmeter Wasser.
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