Stadt zahlt bei Flüchtlingen drauf

Freudenberg..  Die Stadt Freudenberg muss für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen in diesem Jahr mit Kosten von 690 000 Euro rechnen. Erstattet werden der Kommune vom Land NRW allerdings lediglich 291 689 Euro, womit die Zuweisungen „nicht auskömmlich“ seien. So heißt es in einer Mitteilung an den Ausschuss für Schule, Sport, Familie und Soziales, der am Dienstag, 9. Juni, ab 17.30 Uhr im Ratssaal zusammenkommt.

Familien mit 62 Angehörigen

Derzeit gebe es in der Stadt 97 so genannte „Leistungsbezieher“, denen je nach Familienstand zwischen 217 (Kinder bis 5) und 359 Euro (Alleinstehende) monatlich zur Verfügung stehen. Unter den Flüchtlingen sind 35 Einzelpersonen und 15 Familien mit insgesamt 62 Angehörigen.

Die Familien stammen aus Albanien, Afghanistan, Armenien, dem Kosovo, aus Nigeria, den russischen Föderationsgebieten, aus Serbien und Tschetschenien. Die Einzelpersonen kommen wiederum aus Ägypten, Afghanistan, ebenfalls Armenien, aus Eritrea, Georgien, Guinea, Indien, dem Irak, aus Marokko, Nigeria, Somalia, Syrien und Usbekistan.

Untergebracht sind sie in acht verschiedenen Häusern: am Hausplatz, im Feuerwehrhaus am Marktplatz, in der Bühler Straße, im Haus des Gastes, in der eigens geschaffenen Notunterkunft Hommeswiese, In der Vollmersbach, in der Schulstraße und im Hubertusheim in der Schützenstraße, wo allerdings nur das Erdgeschoss nutzbar ist.

Ehrenamtliche Betreuung

29 Personen haben selbst Wohnungen angemietet – sechs Familien mit 25 Angehörigen sowie vier Einzelpersonen. Diese Möglichkeit haben Asylbewerber, die bereits mindestens sechs Monate in Freudenberg leben und Aussicht auf dauerhaften Aufenthalt haben.

Betreut werden diese Menschen einmal von den Ehrenamtlern des Netzwerks Flüchtlingsbetreuung, das sich in Freudenberg gegründet hat, sowie neun Stunden pro Woche vom Siegener Verein für soziale Arbeit und Kultur. In der Sitzung werden Vertreter beider Organisationen ihre jeweilige Tätigkeit für die Flüchtlinge darstellen.

Daneben hat der Kreis Siegen-Wittgenstein mit dem neu geschaffenen Kommunalen Integrationszentrum ebenfalls eine Anlaufstelle für Flüchtlinge geschaffen. Derzeit wird ein Dolmetscher-Pool aufgebaut. Daneben gilt das Augenmerk der Unterstützung von Schulen, an denen Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder gebildet werden sollen.