Stadt spart mehr als 32 Stellen ein

Rathaus Hilchenbach
Rathaus Hilchenbach
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Hilchenbach..  Die Zahl der Mitarbeiter der Stadtverwaltung schrumpft — und das nicht erst, seit die Einwohnerzahlen zurückgehen. 126 Stellen gab es 1993, 93,7 sind es 2015. Dabei betrifft der Rückgang fast ausschließlich die Gruppe der tariflich Beschäftigten: 110 waren es im Jahr 1993, 78,6 sind es 2015. Der Abbau wurde vor allem in der Gruppe der Arbeiter vorgenommen: von 47 auf 30 Stellen im Jahr 2005 – für die Folgejahre wird keine Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern mehr vorgenommen.Die Zahl der Beamten-Stellen hat sich in den letzten 23 Jahren kaum verändert: 17 waren es 1992, 15,1 sind es heute.

Weitere mindestens zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in den nächsten fünf Jahren bis 2019 aus dem Dienst ausscheiden, weil sie dann ihr 65. Lebensjahr vollenden — unter ihnen mit Werner Krönert schon 2016 einer der vier Fachbereichsleiter und Kultur-Manager Hartmut Kriems. Darüber hinaus gehen sechs Mitarbeiter bei den Stadtwerken in Rente. Das geht aus dem aktuellen Personalentwicklungskonzept hervor, das die Verwaltung jetzt dem Hauptausschuss vorgelegt hat.

Beigeordneter kommt noch nicht vor

Im Gegensatz zum Vorjahr erscheint Stadtarchivar Reinhard Gämlich nicht mehr in der Liste. Die Planung der Verwaltung gehe zunächst grundsätzlich davon aus, dass Mitarbeiter bis zum 65. Geburtstag im Dienst bleiben, sofern sie nicht selbst ein frühzeitigeres Ausscheiden ankündigen, sagte Stadtrat Udo Hoffmann dieser Zeitung auf Nachfrage. „Derzeit wird für alle Stellen eine Neubesetzungsnotwendigkeit erachtet“, heißt es in dem Papier, „da die Personaldecke keine größeren Einsparungen zulässt.“

Nicht angewendet werden dürfte diese Feststellung auf die Position des zweiten Manns im Rathaus, der im Personalentwicklungskonzept aber auch noch nicht vorkommt: Stadtrat Udo Hoffmann wird 2020 seinen 65. Geburtstag feiern und dann seine dritte achtjährige Amtszeit vorzeitig beenden. Zweifel daran, dass der seit 2000 amtierende Beigeordnete und Kämmerer im nächsten Jahr wiedergewählt wird, hat niemand. Udo Hoffmann selbst muss sich, so verlangt es die Gemeindeordnung, für eine zweite Wiederwahl zur Verfügung stellen. Von den jüngst im Hauptausschuss geäußerten Gedankenspielen des scheidenden Bürgermeisters Hans-Peter Hasenstab, die Stelle des Beigeordneten „mittelfristig“, also innerhalb der nächsten fünf Jahre, zu streichen, dürfte Hoffmann selbst überrascht worden sein.

Altersteilzeit unerwünscht

Fluktuation gibt es in der Hilchenbacher Rathaus-Belegschaft kaum. Nur vier Stellen sind im vorigen Jahr neu besetzt worden, drei davon befristet. Für die derzeit vier Azubis werden Stellen zur Verfügung stehen, wenn sie nach Ausbildungsabschluss übernommen werden können. In diesem Jahr wird — „wegen der Haushaltssituation“ — keine neue Nachwuchskraft ihre Ausbildung beginnen. So gut wie keine Rolle mehr spielt die Altersteilzeit. Nur noch eine Kraft ist derzeit in der Freistellungsphase. Diese Möglichkeit des frühzeitigen Ausscheidens soll nach Ratsbeschluss nur noch Mitarbeitern angeboten werden, die darauf einen tariflichen oder gesetzlichen Anspruch haben.

Knapp 5,7 Millionen Euro fürs Personal

Die jährlichen Personalkosten der Stadt Hilchenbach sind von 1999 bis heute von 4,5 auf knapp 5,7 Millionen Euro gestiegen.

Die Beamten kosten 2015 rund 747 000 Euro — noch einmal mehr als die Hälfte davon (433 000) wird für Pensionen gebraucht; weitere knapp 286 000 Euro werden für künftige Pensionäre zurückgestellt.

1999 lagen die Kosten für die aktiven Beamten (440 000 Euro) und für die pensionierten Beamten (426 000 Euro) fast gleichauf