Stadt soll sich von Hauptschul-Gelände trennen

as Gebäude am Ernst-August-Platz wurde 1873 gebaut und 1907/08 aufgestockt. Hier hatte die Hauptschule vier Klassenräume.Foto:Steffen Schwab
as Gebäude am Ernst-August-Platz wurde 1873 gebaut und 1907/08 aufgestockt. Hier hatte die Hauptschule vier Klassenräume.Foto:Steffen Schwab
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Hilchenbach..  Die Verwaltung soll den Verkauf des Hauptschul-Geländes in Dahlbruch vorbereiten, Investoren suchen und sich Konzepte vorlegen lassen, zum Beispiel für Wohnbebauung, betreutes oder Mehrgenerationenwohnen. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss am Mittwoch mit sieben gegen sechs Stimmen beschlossen. SPD und CDU stimmten für ihren Antrag, die anderen Fraktionen entgegen.

Entsprechend fehlte auch eine Stimme für den etwas offener gehaltenen Gegenantrag der Grünen, eine „nachhaltige Nutzung“ unter „Prüfung aller Optionen“ einzuleiten. „Unter der Auflage des Abrisses der bestehenden Gebäude“: Das war die Formulierung, die die Minderheit hellhörig gemacht hatte, auch wenn CDU-Ausschussmitglied Oliver Schneider („Den Antrag hat die SPD-Fraktion geschrieben“) noch die Streichung der umstrittenen Passage angeboten hatte. Von einer „Nebelkerze“ sprach Dr. Peter Neuhaus (Grüne). Wenn die beiden Fraktionen, die selbst als „Koalition“ auftreten, bereits konkrete Vorstellungen hätten, „dann erzählt uns das doch.“ „Wir wissen es doch selbst noch nicht“, beteuerte Lukas Debus (SPD). Beabsichtigt sei, „Investoren ein Signal zu geben“, dass ihnen nicht der Erhalt des Gebäudebestandes abverlangt werde.

Mit Philharmonie wird nicht gerechnet

„Das geht mir zu schnell“, sagte Hendrik Bald (UWG). Auch die Weiternutzung der Gebäude oder ein Teilabriss sollten erwogen werden. Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Klein verwies darauf, dass derzeit elf verschiedene Nutzungen in dem vor fast zwei Jahren aufgegebenen Schulgebäude stattfinden: von Vereinen über Musik-, Tanz- und Theatergruppen bis zur Volkshochschule und dem Stadtarchiv. Die meisten würden Platz im Kulturellen Marktplatz finden. Auch deshalb sei es sinnvoll, „dieses Projekt zu beschleunigen“. Der Verkaufserlös, so Vorsitzender Michael Stötzel (SPD) weit vorausgreifend, könne den­ städtischen Eigenanteil für den zweiten Bauabschnitt des Kulturellen Marktplatzes finanzieren — noch steht allerdings nicht einmal die Mehrheit für den ersten Abschnitt.

Das Schulgebäude selbst ist jedoch ebenfalls Teil des Regionale-Projekts: als „Haus der Musik“ mit Saalanbau mögliches neues Domizil der Philharmonie Südwestfalen. An dieses Angebot, das die Stadt dem Landrat als Vorsitzendem des Trägervereins gemacht hat, erinnerte Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Klein. Die Politik müsse „überlegen, ob man der Philharmonie die Tür zuschlägt“. Diese Variante sei „mehr als abenteuerlich“, fand nicht nur Birgit Weiß (SPD). Dass die Philharmonie dieses Angebot nicht annehmen werde, „weiß auch der Bürgermeister“, glaubte Lukas Debus (SPD).

„Ich würde begrüßen, wenn es eine Initiative gäbe, dieses Gebäude zu erhalten“, sagte Ulrich Bensberg (UWG) und meinte nicht das Hauptgebäude von 1957/66, sondern den Altbau von 1873. Auf den, so Baudezernent Michael Kleber, habe ein Bürger inzwischen den Landeskonservator aufmerksam gemacht. Der prüft nun den Denkmalwert.