Stadt Netphen nähert sich dem Sportpark an

Sportpark Siegerland
Sportpark Siegerland
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Was wir bereits wissen
Der Rat versucht offenkundig, den Zusammenbruch der Freizeitpark-Strukturen abzuwenden.

Netphen..  Nach dem Ultimatum des EHC, seine Mannschaft in der nächsten Spielzeit abzumelden und sich aufzulösen, wenn die Stadt ihre Position in Sachen Pachtzahlung nicht bis 10. April aufgibt, hat sich eine Mehrheit nun zu einer „Absichtserklärung“ durchgerungen: Stadt und Sportpark wollen gemeinsam eine Lösung finden.

Zum 30. Mai hat die Stadt die rückständigen Pachtzahlungen der Sportpark Siegerland GmbH (SPS) fällig gestellt. Damit würde die Gesellschaft, die sich 2004 aus dem Umfeld der Eissportvereine gegründet hatte, in die Insolvenz getrieben. Dagegen wehrt sich SPS mit einer Gegenforderung in mehr als doppelter Höhe: Sie wirft der Stadt unter anderem vor, ihr die Risiken für die Eis-Disco als wichtiger Einnahmequelle verschwiegen zu haben — Beschwerden von Nachbarn über den Lärm, die das Ende der Veranstaltungsreihe bedeutete. Als unfreundlicher Akt wurde auch die Eröffnung des Physio-Aktiv-Gesundheitszentrums im benachbarten Freizeitbad betrachtet, das dem Sportpark-Fitnessstudio Kunden abgezogen habe.

Noch kein Votum zu TVE-Plänen

Etwas konkreter geworden ist die Vorstellung, das den Sportpark mit dem Eisstadion in städtische Regie zu übernehmen: Die Gesellschafterversammlung der Freizeitpark Obernautal GmbH (FON), die aus Vertretern der Ratsfraktionen und des Verwaltungsvorstands gebildet wird, hat Geschäftsführer Bernd Wiezorek grünes Licht gegeben, in den benachbarten Betrieb einzusteigen; die FON ist Betreiberin des Freizeitbads. In einem ersten Schritt könnte ein Beirat für den Sportpark gebildet werden, in dem Rat, Verwaltung und FON vertreten sind. SPS ist mit der Stadt noch bis 2019 unter Vertrag. Dach, Kühlung und Eismaschine gelten als sanierungsreif.

Im Raum steht die vor allem von Verwaltung und SPD-Fraktion beförderte Idee, den TVE Netphen mit in den Sportpark einziehen zu lassen. Dagegen steht der Wunsch des Vereins, sein neues Vereinssportzentrum hinter der Sporthalle des Gymnasiums zu errichten. Das, so schrieb TVE-Präsident Hans Rose an die Fraktionsvorsitzenden, wäre „auch ein Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Gymnasiums“. Der TVE habe als einer der größten Sportvereine des Siegerlandes keine eigenen Räume. Die Sporthalle sei „Mittelpunkt des sportlichen Vereinslebens“.

Der Rat setzte das Thema auf Antrag der UWG-Fraktion ab. „Wir wollten den Punkt entschieden haben, um den Verein Planungssicherheit zu geben“, argumentierte dagegen Bürgermeister Paul Wagener. Die Politik will nun zunächst ein Gesprächsangebot des TVE annehmen.

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