Sportpark sieht sich vor dem Aus

Um den Sportpark im Obernautal wird gerungen.
Um den Sportpark im Obernautal wird gerungen.
Foto: WP

Netphen..  Der Sportpark Siegerland sieht sich erneut vor dem Aus. Gesellschafter Dietrich Ballin zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung enttäuscht davon, dass der Rat die Umsetzung des zwischen Stadt und Sportpark Siegerland GmbH (SPS) verabredeten Vorgehens faktisch unmöglich macht. Der Rat hatte — wie berichtet — die Verwaltung mit der Fortführung der Verhandlungen beauftragt und die unerfüllten Pachtforderungen nicht mehr zum 31. Mai, sondern nun zum 31. Oktober „fällig gestellt“.

Genau das ist nun in den Augen des Sportpark-Gesellschafters Stein des Anstoßes: Überlebenskonzept des Sportparks sei es gewesen, die defizitären Sommermonate gegen die ertragreiche Winter-(Eis-)Saison aufzurechnen; dafür seien zur Überbrückung Bankkredite in Anspruch genommen worden. Mit denen könne SPS aber nicht mehr rechnen, wenn die Überschuldung des Betriebs zum 31. Oktober drohe. „Jetzt haben wir den Sommer ohne Winter.“

SPS werde nun die eigenen Forderungen an die Stadt präzisieren und ebenfalls „fälllig stellen“. Deren Höhe, 200 00 bis 250 000 Euro, entspreche etwa dem Doppelten der Pachtzahlungen: unter anderem der Ausgleich für den Wegfall der Eisdisco aus Lärmschutzgründen und für den Einnahmenausfall seit der Eröffnung des Physio-Aktiv-Zentrums im benachbarten Freizeitbad, das das SPS-eigene Fitnesscenter geschwächt habe. Zumindest teilweise zurückbekommen wollen Ballin sowie sein Mitgesellschafter und SPS-Geschäftsführer Martin Resch ihre Gesellschaftereinlagen. Abgeschrieben sind die Investitionen in den Sportpark in Höhe von rund 643 000 Euro. „Wir haben unsere Verpflichtungen weit übererfüllt“, sagt Dietrich Ballin, „und wir haben das alles selbst erwirtschaftet“ — nur die Pacht von jährlich 30 000 Euro war eben nicht mehr drin.

Dem EHC, dessen Vorsitzender Dietrich Ballin ist, will Ballin in der bevorstehenden Jahreshauptversammlung zwar die Meldung der 1. Mannschaft zur Liga in der neuen Saison empfehlen — der Rat hat den Vereinen das „bisherige Eislauf-Angebot“ zugesagt. „Aber wir wüssten nun gern, wie de Stadt ihre Garantie einhalten will.“ Für den Sportpark steh die Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit zum 1. Juli im Raum. Den Betrieb, so Ballin, würde dann ein Insolvenzverwalter weiterführen.

Bürgermeister besorgt

Ballins Überlegungen seien „aus seiner Sicht nachvollziehbar“, sagte Bürgermeister Paul Wagener auf Nachfrage dieser Zeitung, „ich sehe die Entwicklung mit Sorge.“ Dass er selbst die Vorlage an den Rat unterschrieben hat, die die Pachtzahlung zum 31. Oktober — und damit in den Augen von SPS zu früh — fällig stellt, räumt der Bürgermeister ein. Damit sei er einer Forderung der Ratsfraktionen nachgekommen, die der Rat dann auch beschlossen habe. „Die Verwaltung hat das umzusetzen“, sagte Wagener, „ich habe meine Bedenken geltend gemacht.“

Ziel ist der Gesellschafterwechsel

Die Stadt Netphen will den Freizeitpark mit Eisstadion, Fitnessstudio, Gastronomie, Soccer- und Tennisplätzen künftig selbst betreiben.

Dazu soll die städtische Freizeitpark Obernautal GmbH (FON), die das Bad betreibt, als Gesellschafterin in den benachbarten Sportpark einsteigen.