SPD verpasst Wiedereinzug in den Landtag
29.12.2010 | 18:15 Uhr 2010-12-29T18:15:00+0100
Siegerland.Bei der Landtagswahl am 9. Mai hat die CDU trotz ihrer Stimmenverluste wieder beide Wahlkreise 126 und 127 in Siegen-Wittgenstein direkt geholt.
Monika Brunert-Jetter aus Meschede gewann im nördlichen Landtagswahlkreis einschließlich Wittgenstein; der Geisweider Anwalt Jens Kamieth war im übrigen Siegerland erfolgreich.
Trotz eines verbesserten Stimmenanteils im Vergleich zur Landtagswahl fünf Jahre zuvor schaffte die SPD es nicht, ein Mandat zu ergattern. Denn die unterlegene Siegener Direktkandidatin Tanja Wagener, die mit 36 Prozent Stimmenanteil das Nachsehen gegenüber Jens Kamieth (40 Prozent) hatte, war im Gegensatz zur vormaligen SPD-Landtagsabgeordneten Helga Schwarz-Schumann nicht weit genug vorn auf der Landesreserveliste abgesichert. Die Folge: Nach 60-jähriger ununterbrochener Zugehörigkeit der Siegener Sozialdemokratie zum Landesparlament gibt es keinen Mandatsträger mit dem „roten“ Parteibuch in Düsseldorf mehr. Die lange Tradition, die in den 1950er Jahren von Hermann Schmidt begründet wurde und kontinuierlich zu einem Sitz im Landtag geführt hatte, hat eine Zäsur erlitten.
Gar nicht so aussichtslos war das Duell zwischen dem Burbacher Falk Heinrichs, der für die SPD im Nord-Wahlkreis 127 Siegen-Wittgenstein II gegen Monika Brunert-Jetter angetreten war. Er rückte bis auf drei Prozent Unterschied an die CDU-Kandidatin heran, die knapp 42 Prozent der Erststimmen erhielt. Allein in Hilchenbach hatte sie im Vergleich zu 2005 ein Drittel der Stimmen verloren. Fünf Jahre zuvor lag die CDU noch kreisweit zwölf Prozent vor der SPD.
Remmel im Kabinett
Abgesichert war der grüne Kandidat Johannes Remmel, der elf Prozent der Erststimmen bekam und mit seinem Listenplatz 4 zum dritten Mal ein Mandat erhielt. Im Falle der Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung, die sich nach den landesweiten Verlusten der CDU abzeichnete, war Remmel bald als Umweltminister im Gespräch. Erwartungsgemäß wurde er es bei der Kabinettsbildung der neuen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch.
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