SPD kritisiert Kinder- und Jugendförderplan

Siegen..  Insgesamt gute Arbeit bescheinigte Ingmar Schiltz der Verwaltung in Sachen Kinder- und Jugendförderplan. Trotzdem sparte der Sozialdemokrat nicht mit Kritik an dem Papier, das der Jugendhilfeausschuss am Dienstagnachmittag in einer ersten Lesung diskutierte.

Insbesondere monierte er – in seinen Augen – fehlende Angebote der offenen Jugendarbeit in Kaan-Marienborn. „Dort gibt es noch immer einen weißen Fleck“, betonte er. Obwohl die Verwaltung etwas Anderes zugesichert habe. Lediglich wenige Zeilen würden sich mit diesem Thema in dem 167 Seiten starken Werk beschäftigen: „Fünf Zeilen nach zwei Jahren“, sagte der Politiker, „sind relativ enttäuschend.“ In einer „Kurzbeschreibung“ hält die Verwaltung fest, dass der Kinder- und Jugendtreff Lindenberg „Nachfragen bis in den Einzugsbereich Kaan-Marienborn abdecken“ könne. Zudem gebe es das Café Pause im Bleichweg. Das ist eine Kooperation des Familienzentrums Lindenberg, des städtisches Jugendamts, des Bildungswerks Sieg-Lahn und freier Träger der Jugendhilfe. Nicht zuletzt gebe es im Siegener Osten „kirchliche und verbandliche Kinder- und Jugendarbeit“. Das alles könne „bislang diskutierte mögliche Bedarfslücken“ abdecken. „Es gibt keine weißen Flecken“, entgegnete André Schmidt, zuständiger Fachbereichsleiter.

Günther Langer (UWG) indes sieht Nachholbedarf auf dem Feld Suchtprävention. „Ob ein Segeltörn für 20 Leute da angemessen ist, weiß ich nicht so recht“, sagte er und spielte damit auf eine Maßnahme an, die die Verwaltung in ihrem Plan erläutert.

Rechtsansprüche erfüllt

Vorbehaltlose Zustimmung fand der Tagesstättenbedarfsplan für das kommende Kindergartenjahr. Das Gremium votierte einstimmig für das Papier, das Judith Wagener vorstellte.

975 Plätze sind demnach für Kinder reserviert, die jünger als drei Jahre sind. 210 davon werden in Tagespflege angeboten, 765 in Tageseinrichtungen (wir berichteten). Auf die Kleinen, die drei Jahre und älter sind, warten 2512 Plätze. Die Rechtsansprüche seien erfüllt, sagte die städtische Mitarbeiterin: „Besonders spannend: 70 Prozent der Zwei- bis Dreijährigen werden betreut.“ bei den Kindern unter zwei Jahren seien es lediglich 14 Prozent. Dort gebe es noch Nachholbedarf.

Ralf Knocke, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats, mahnte, dass nicht nur auf die Quantität geachtet werden dürfe: „Auch die Qualitätsstandards sind wichtig.“ Der Schlüssel Erzieher und Kind müsse auf den Prüfstand. Das bedeutet, mehr Erzieher sollten für weniger Kinder zuständig sein. „Leider haben wir das auf Landesebene nicht durchdrücken können“, bedauerte er.