Soziale Angebote auf dem Prüfstand

Sprungbrett und Türöffner: Café International im Jugendtreff No Limits.
Sprungbrett und Türöffner: Café International im Jugendtreff No Limits.
Foto: WP

Hilchenbach..  Die Zukunft von zwei sozialen Einrichtungen kommt auf den Prüfstand: erstmals das Café International, erneut das Familienbüro. Beide Institutionen soll es auch in Zukunft geben, rät die Verwaltung dem Sozialausschuss, der sich damit am Dienstag, 23. Juni, ab 17 Uhr im Ratssaal befasst.

Café International

Im September 2015 wird sich das Café International verabschieden – zumindest in der Form, in der er es seit seiner Gründung im Oktober 2012 bekannt ist. Denn dann läuft die dreijährige Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus. Eine Fortsetzung wird die Behörde nicht finanzieren, möglicherweise aber ein neues, auf die jugendliche Zielgruppe gerichtete Like-Mobil.

Schon 2010 hat sich Hilchenbach im Bereich Integration engagiert. Bei zwei Projekten mit Landesmitteln entstanden das „Integrationsportal Durchblick“ und ein monatlicher, ehrenamtlicher Treffpunkt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Als hauptamtliche Projektmitarbeiterin baute Christine Eisenberg seit 2012 das Café International auf, jeweils einmal im Monat in den Jugendzentren Hilchenbach (vormittags) und Dahlbruch (nachmittags). Etwa 70 Frauen bilden den Teilnehmerinnenkreis, aus dem auch ein bundesweit beachtetes Ausstellungsprojekt mit Migrantinnen-Porträts und ihren (Lebens-)Geschichten hervorging.

Als Ratgeber, Sprungbrett und Türöffner versteht sich das Café. Nach wie vor seien die Besucherinnen aber eher „Mitmachende“ und noch nicht „Macherinnen“, stellt Christine Eisenberg in ihrem Bericht fest. Überlegt werde, einen Verein zu gründen, der die Trägerschaft des Cafés International übernimmt. „Das wäre der erste Schritt zu einer Migrantenselbstorganisation, die es so bislang in Hilchenbach noch nicht gibt.“

Zur Unterstützung dieser Entwicklung sei hauptamtliche Begleitung weiterhin erforderlich. Diese Aufgabe könnte Christine Eisenberg, die bisher eine halbe Stelle hatte und die inzwischen als Schulsozialarbeiterin an der Realschule eingesetzt ist, mit sechs Wochenstunden wahrnehmen. Die Verwaltung empfiehlt, die jährlich erforderlichen 7700 Euro aus noch vorhandenen Projektmitteln zu bezahlen. Ab 2016 sollen Landesmittel zur „Förderung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe“ und Mittel des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Siegen-Wittgenstein in Anspruch genommen werden.

Familienbüro

Das Familienbüro stand im vorigen Jahr schon einmal auf der Kippe: Ein Arbeitsvertrag konnte wegen des Nothaushalts nicht verlängert werden. Erst im Dezember konnte Heike Kühn, die den überwiegenden Teil ihrer Arbeitszeit im Kinder- und Jugendbüro ableistet, die Tätigkeit wieder aufnehmen. Zum 31. Dezember läuft ihr Vertrag für das Familienbüro erneut aus. In ihrem Bericht weist Heike Kühn darauf hin, dass die Arbeit „aktuell vor allem durch Kreativität und Drittmittelakquise“ finanziert werde. „Der Imagegewinn für die Stadt Hilchenbach und der Ausbau einer zukunftsfähigen Stadt vor dem Hintergrund der schrumpfenden Einwohnerzahlen sollten eine Investition in die personelle Ausstattung rechtfertigen.“

Das Familienbüro macht Freizeit- und Bildungsangebote für Familien, gibt das WiKi-Paket („Willkommen Kinder!“), die Familienkarte, das Programm für Familien und die Familienbroschüre ­heraus und veranstaltet den Familientag,der im vorigen Jahr ausfallen musste. Ehrenamtlicher Partner ist der Arbeitskreis Familie, Bildung und Integration.

Langfristige Themenfür die Politik

Die Verwaltung zum Familienbüro: „Die Erarbeitung eines langfristigen, tragfähigen Konzeptes für das Familienbüro ist wünschenswert.“

Die Verwaltung zum Café International: „Integration ist als Schwerpunkthema der Kommunalpolitik zu betrachten.“