Sorgen um die letzte Pflaster-Allee
12.02.2010 | 17:46 Uhr 2010-02-12T17:46:00+0100
Hilchenbach-Allenbach. 80 Jahre alt sind die Linden, die Hilchenbachs einzige Allee bilden. Die Lindenstraße in Allenbach ist allerdings längst zur Holperpiste heruntergekommen.
Was für Pferdefuhrwerke gedacht war, hielt den schweren Lkw auf Dauer nicht stand. 250 000 bis 300 000 Euro würde die Stadt hinblättern müssen, wenn sie nach der Erneuerung des Unterbaus das Natursteinpflaster wieder verlegen lassen wollte. „Eine historisch bedeutsame Straße”, sagt Michael Schwenke, Leiter der Tiefbau-Abteilung im Hilchenbacher Bauamt – nicht zum ersten Mal wirbt er für den Erhalt der gepflasterten Allee.
Stadt sucht händeringend Finanziers
Folglich lässt die Stadt keine Gelegenheit aus, um Unterstützung zu werben – auch Verkehrsminister Lutz Lienenkämper wurde bei seinem Siegerland-Besuch nach Allenbach gebeten. „Wir überlegen händeringend, wie das finanzierbar ist”, berichtete Baudezernent Michael Kleber und fragte, ob es denn beim Land „irgendwelche Töpfe” gebe.
Lienenkämper machte wenig Hoffnung: „Wir haben schon genug damit zu tun, unsere Landesstraßen in Schuss zu halten.” Das Geld werde für die Unterhaltung der Landesstraßen, den Bau von Ortsumgehungen und in Kürze wohl auch wieder für ein Sonderprogramm gebraucht, um die vom Winter gerissenen Schlaglöcher zu stopfen.
„Straße schreit nicht nach Landesmitteln”
Aus Stadterneuerungsmitteln wäre eine Finanzierung denkbar, wenn denn zum Beispiel eine historische Altstadt in der Nähe wäre. Aber der Marktplatz ist weit weg. „Ganz ehrlich”, so Lienenkämper über die gut 200 Meter lange Allee von der B 508 zum Allenbacher Bahnhof, „das ist keine Straße, die nach Landesunterstützung schreit. Aber wir werfen auch noch einen zweiten und dritten Blick darauf.” Das 100-Alleen-Programm des Landes, auf das die Hilchenbacher spekulierten, bringt es jedenfalls nicht: Damit werden Bäume bezahlt, keine Fahrbahnen.
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