Simone und Stefan Jurisch: "Das macht uns in der Ferne aus"

Stefan und Simone Jurisch sind gemeinsam in der Band KaffeePott. Kennegelernt haben sie sich aber schon früher: „Die Chemie stimmte schon immer, nur die Sterne standen früher nicht günstig für uns.“
Stefan und Simone Jurisch sind gemeinsam in der Band KaffeePott. Kennegelernt haben sie sich aber schon früher: „Die Chemie stimmte schon immer, nur die Sterne standen früher nicht günstig für uns.“
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Simone und Stefan Jurisch haben ihrer Heimat einen Song gewidmet. Mit ihrer Band KaffeePott besingen sie ihre siegerländer Wurzeln.

Siegen.. Simone Jurischs Stimme klingt tief und stark. Sie setzt sich gegen die Gitarre im Hintergrund durch, während sie vom Siegerland singt, ihrer Heimat. „Das ist es was wir lieben, das macht uns in der Ferne aus“, singt sie. Zusammen mit ihrer Band KaffeePott hat sie vor 14 Tagen einen Song rausgebracht, einen Song über das Siegerland. Jetzt sitzt sie vor ihrem Proberaum in der Sonne, neben ihr Stefan Jurisch, Schlagzeuger der Band und gleichzeitig ihr Mann.

Im Hintergrund hört man einen Rasenmäher. Wenn Simone Jurisch spricht, klingt ihre Stimme weicher. „Alle Mitglieder der Band sind hier im Siegerland aufgewachsen, haben hier gelebt und gearbeitet und irgendwann kam die Idee zu sagen: Das ist unsere Herkunft.“

Sie wollen erklären, was hinter dem Song steht. „Wir haben gedacht, es gibt alles Mögliche im Siegerland, was markant und ein kleines bisschen lustig ist. Aber eben kein in unserer Musikrichtung geartetes Lied“, sagt er. Simone Jurisch nickt. Eine Siegerländer Hymne, die rockig sei und die man in einem Bierzelt genauso wie auf der Jahreshauptversammlung singen könne, gebe es eben nicht.

Die beiden haben ihrer Heimat ein Lied gewidmet, denn obwohl sie sich zu allen Seiten offen halten wollen, wie Simone Jurisch sagt, können sie sich nicht vorstellen, woanders zu leben. „Ich lass dich auch gleich reden“, sagt die Sängerin zu ihrem Mann, lacht und wirft sich die Haare über die Schulter. Stefan Jurisch lächelt leicht, während seine Frau ihr Heimatgefühl beschreibt: „Das ist wie ein angenehmes Grundrauschen im Hintergrund. Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss. Das müssen wir hier nicht.“

Sie weist auf das Haus mit dem Proberaum vor ihr. Es ist ihr Elternhaus, in dem sie jetzt gemeinsam leben, mit der Band proben. „Der Siegerländer redet nicht viel. Aber wenn man ihn erst einmal als Freund gewonnen hat, dann für ein Leben lang“, sagt sie über die Menschen hier. Sie kenne die Mentalität der Menschen, weil sie selbst sehr viel davon in sich habe. Das schätze sie am Siegerland, ihr persönlicher Wohlfühlfaktor, der prägend für sie gewesen sei. Der Siegerlandsong sei nur ein Begleitprojekt: „Ich bin die Texterin der Band und man ist ständig auf Textsuche. Und das Siegerland beschäftigt mich natürlich.“

Stefan Jurisch fasst sich kürzer: „Ich find das schön hier, weil ich Zeit meines Lebens Freunde hier hatte.“ „Das ist einfach sehr solide“. unterbricht Simone Jurisch ihn. „Das sind alles - und das ist absolut positiv gemeint - grundehrliche, erdverbundene Spinner“, fährt er fort, bis seine Frau ihm zustimmt: „Ja, das würde ich über jeden in unserer Band sagen: Einen Schlag weg, aber treu wie Gold. Die Leute sind sehr mit uns verwurzelt.“

Hintergrund Die Bandgeschichte, die erzähle Simone Jurisch eigentlich immer, sagt Stefan Jurisch: „Ich mache die Musik noch nicht sehr lange...“ „Genauso wenig wie ich“, unterbricht Simone Jurisch. „Ich hab vor einigen Jahren auf der Arbeit ziemlichen Stress gehabt...“ „Sitzende Tätigkeit IT-Branche!“ „Der IT-Support war kein Zuckerschlecken. Irgendwann war ich der Sache über und suchte eine Ausgleichstätigkeit“, sagt Stefan Jurisch und verschränkt die Arme. Der Rasenmäher im Hintergrund verstummt.

Statt Krach Musik produzieren

„Ich dachte erst an Golf spielen, weil man da an der frischen Luft ist...“, überlegt er. Simone Jurisch lacht laut. „Gott sei dank hat er das nicht getan, sonst gäbe es uns heute nicht“, sagt sie und fasst ihn am Arm. Er nickt. Wie er dann auf Schlagzeugspielen gekommen sei, das sei ihm nicht ganz klar. Irgendwann habe er sich eben gedacht, dass es schöner wäre, statt Krach eben Musik zu produzieren. Jetzt spiele KaffeePott seit drei Jahren in der gleichen Besetzung, habe immer mehr an Fahrt aufgenommen.

Beide geben zu, dass es schwierig sein könnte, gemeinsam in einer Band zu spielen und gleichzeitig verheiratet zu sein. „Wenn man vorher Klarheiten festlegt, dann sollte das nicht zum Problem werden. Da gibt es aber auch keinen Ehefrauenbonus“, sagt Stefan Jurisch und schaut zu seiner Frau, die anfängt zu lachen: „Aber auch keinen Ehegattenvorteil...“

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