Siegener Polizei ermittelt nach Pumpgun-Schüssen in Paraguay

Ein Deutscher, der offenbar in Paraguay bedroht wird, beschäftigt die Polizei in Siegen.
Ein Deutscher, der offenbar in Paraguay bedroht wird, beschäftigt die Polizei in Siegen.
Foto: WP
Ein Deutscher, der in Paraguay lebt, fühlt sich von seinem Nachbarn bedroht. Voll Angst wendet er sich an die Polizei in Siegen - und die wird tätig.

Siegen.. Schüsse mit einer Pumpgun auf einen in Paraguay lebenden Deutschen beschäftigen Polizei und Staatsanwaltschaft in Siegen. Sie haben die Ermittlungen in einem Verfahren im Zusammenhang mit einem versuchten Tötungsdelikt in dem südamerikanischen Binnenstaat aufgenommen. Mit Details halten sich die Ermittler bedeckt.

Unglück Vor einer Woche, am Sonntag (5. Juli), hatte sich ein bislang in Paraguay lebender Deutscher an die Polizei in Siegen gewandt. Er fühle sich von seinem dortigen Nachbarn bedroht. Der Nachbar sei ebenfalls deutscher Staatsbürger. In einem Streit habe der Mann eine Pumpgun genommen und mehrfach auf ihn geschossen. Die Behörden in Paraguay ermittelten gegen ihn. Ein Haftbefehl der Strafverfolgungsbehörden in Paraguay gegen den Mann liege vor. Gegen die Zahlung einer Kaution sei sein Nachbar aber wieder auf freiem Fuß. Jetzt fühle er sich auch in Deutschland nicht sicher, gab der Zeuge auf der Wache in Siegen zu Protokoll. Eine Verurteilung seines Nachbarn könne allerdings nur erfolgen, wenn er persönlich vor dem zuständigen Gericht in Paraguay erscheine und aussage. Hieran wolle ihn der Nachbar hindern.

Da diese Angaben zum Teil durch in Kopie vorliegende Unterlagen der paraguayischen Strafverfolgungsbehörden sowie Auskünfte seiner in Paraguay für ihn tätigen Rechtsanwältin bestätigt wurden, haben die Staatsanwaltschaft Siegen und die Mordkommission Hagen die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wird auch im Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt ermittelt. Diese Möglichkeit eröffne das deutsche Strafrecht unter bestimmten Umständen, wenn ein deutscher Staatsbürger Opfer einer Straftat im Ausland wird.

Weil die Gefährdungssituation immer noch bestehe, will die Staatsanwaltschaft derzeit keine weitere Angaben machen.