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Siegener Lokalgeschichte öffentlich gemacht

08.08.2012 | 19:13 Uhr
Siegener Lokalgeschichte öffentlich gemacht
Wertvolle Dokumente zur Historie der Schulen im Siegener Osten übergab die scheidende Schulleiterin der Grundschule Kaan-Marienborn, Hildegard David (2.v.r.), an Stadtarchivar Ludwig Burwitz (rechts), im Beisein von Kulturdezernentin Babette Bamman

Kaan-Marienborn.   Historische Dokument übergab die scheidende Rektorin der Grundschule Kaan-Marienborn, Hildegard David, zusammen mit neun weiteren Chronikbänden von Schulen in Kaan-Marienborn, Breitenbach und Volnsberg an Siegens Stadtarchivar Ludwig Burwitz zur dauernden Aufbewahrung. Sie sind jetzt öffentlich zugänglich.

„In einem freundlichen Nebenthale der Sieg, im Weißthale, liegt, fast ganz von Bergen eingeschlossen, das friedliche Dörfchen Caan. Es gehört zu den ältesten Dörfern des Kreises und früheren Fürstentums Nassau-Siegen. Demgemäß mag auch die Kapelle und Schule des Ortes schon alt sein; allein die Nachrichten darüber reichen bis zum Jahre 1782. Frühere Akten sind leider verbrannt worden.“ Derart informativ beginnt die „Chronik der Schule in Caan“, die laut Titel im Jahre 1896 vom Lehrer Irle nach den Bestimmungen der Königlichen Regierung in Arnsberg umgearbeitet wurde und jetzt den Weg ins Stadtarchiv Siegen fand.

Das wertvolle Dokument übergab die scheidende Rektorin der Grundschule Kaan-Marienborn, Hildegard David, zusammen mit neun weiteren Chronikbänden von Schulen in Kaan-Marienborn, Breitenbach und Volnsberg an Siegens Stadtarchivar Ludwig Burwitz zur dauernden Aufbewahrung. Sie sind jetzt öffentlich zugänglich.

Historische Quellen ersten Ranges

„Schulchroniken sind historische Quellen ersten Ranges, da sie nicht nur Aufschluss über die Geschichte der jeweiligen Schule geben, sondern auch viele Informationen zum alltäglichen Leben im Schulort transportieren, die in der amtlichen Überlieferung nicht enthalten sind“, erläuterte Burwitz anlässlich der Übergabe. So erfährt man aus der Chronik der 1870 gegründeten Schule zu Breitenbach und Volnsberg, dass es sich hierbei um eine einklassige Wechselschule gehandelt hat: Vormittags fand der Unterricht für alle Schüler in Volnsberg statt, nachmittags mussten sie in die Schule nach Breitenbach gehen. Über die Folgen berichtet die Chronik anschaulich: „Der Schulbesuch war von Anfang an bei günstiger Witterung regelmäßig, bei schlechter Witterung, besonders im Winter, fehlten die jüngsten und körperlich schwachen Kinder aus Volnsberg öfter in Breitenbach …“, und umgekehrt. Aber auch große Politik und Weltgeschehen spiegelt sich in den Chroniken wider. Der „Schulkriegschronik Caan-Marienborn“ von 1914-1918 kann man beispielsweise entnehmen, dass die Regierung in Arnsberg im Oktober 1914 unterrichtsfreie Tage zur Feier „nach einem großen und entscheidenden Siege unserer Truppen“ anordnet. 1915 konnten sich die Kinder noch über acht freie Tage freuen, 1917 nur über einen. Im folgenden Jahr gab es gar nichts mehr zu feiern.

Hildegard David, die nach elfjähriger Amtszeit als Rektorin in Kaan in den Vorruhestand geht, verband mit der Übergabe den Wunsch, dass die nun im Stadtarchiv der Öffentlichkeit zugänglichen Chroniken rege für die Ortsgeschichtsforschung genutzt würden.

Bürgermeister Steffen Mues äußerte zusammen mit Kulturdezernentin Babette Bammann den Wunsch, dass weitere Schulen dem Vorbild nacheifern und ihre Chroniken ebenfalls dem Stadtarchiv zur sicheren Aufbewahrung übergeben mögen.

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09.08.2012
19:48
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