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Medizin

Siegener Arzt hilft Kriegsopfer aus Syrien

26.09.2012 | 19:00 Uhr
Siegener Arzt hilft Kriegsopfer aus Syrien
Der Kreuztaler Urologe Dr. Haytham Al Akkad (re.) vermittelte die Operation für den syrischen Kriegsverletzten Amjad Hasan Abu Nameer (sitzend). Verwaltungsleiter Fred-Josef Pfeiffer (2. v. re.), Prof. Dr. Veit Braun (3. v. re) und Dr. Khaldoun Osman (li.) vom Evangelischen Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen halfen gerne.Foto: Diakonie

Siegen.   Amjad Hasan Abu Nameer ist zum ersten Mal in Deutschland – unfreiwillig. Der 19-Jährige ist im syrischen Bürgerkrieg verwundet worden. Drei Kugeln trafen ihn in Rücken und Gesäß, verletzten ihn schwer. Hilfe fand der junge Mann im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus.

„Der Ischias-Nerv des Patienten ist durch die Kugeln verletzt worden“, erläuterte Professor Veit Braun. Der Chefarzt der Neurochirurgie operierte den 19-Jährigen. „Im Kriegsgebiet wäre die dringend nötige Operation nicht möglich gewesen“, sagte er. Nun habe Nameer aber gute Chancen, wieder richtig gehen zu können. Der vollständige Heilungsverlauf wird aber noch mehr als ein Jahr dauern. „Die Nachbehandlung ist aber auch heimatnah möglich“, so der Mediziner.

Der Deutsch-Syrische Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte und dessen Mitglied Dr. Haytham Al Akkad organisierten die medizinische Hilfe. Der Urologe aus Kreuztal wandte sich auf der Suche nach einem Nervenzentrum an das Jung-Stilling-Krankenhaus. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe“, so Al Akkad. „In unserem Verein“, führte er weiter aus, „verfolgen wir humanitäre Ziele für die Opfer der syrischen Revolution.“ Der Verein wurde in einem jordanischen Flüchtlingslager auf den verletzten Nameer aufmerksam. Dorthin war er von Helfern des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen gebracht worden.

Eine Behandlung in Syrien war undenkbar

In Jordanien konnten Ärzte bereits einen Beckenbruch operieren, den der Syrer ebenfalls erlitten hatte. „Eine Behandlung in Syrien war undenkbar“, erklärte Al Akkad. „Auch die medizinische Versorgung liegt in den Händen des Assad-Regimes.“ „Ich hoffe, unser Patient kann bald in eine bessere Zukunft blicken“, sagt Fred-Josef Pfeiffer, Verwaltungsleiter des Ev. Jung-Stilling-Krankenhauses.



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