Siegen-Wittgenstein gibt sich neuen Anstrich

Was wir bereits wissen
Landrat Andreas Müller stellt neues Logo vor mit Bekenntnis zu Südwestfalen. Der Slogan „Die Menschen sind unser Kapital“ soll nicht mehr verwendet werden.

Siegen-Wittgenstein..  Mit einem neuen Außenauftritt bekennt sich Siegen-Wittgenstein zu Südwestfalen. Sichtbarstes Zeichen ist ein neues Logo. Rechts befindet sich der Schriftzug „Siegen-Wittgenstein“, darunter „in Südwestfalen“ – links ein zentrales Bildelement: fünf Linien – das „geschwungene S“ – mit dem sich auch die Region Südwestfalen präsentiert. Im fünffarbigen Südwestfalenlogo ist jede der Farben einem Kreis zugeordnet: Blau steht für Siegen-Wittgenstein.

Logo vom Kreishaus-Dach entfernt

„Mit diesem neuen Logo legen wir als Kreis ein starkes Bekenntnis zu Südwestfalen ab und bewahren uns zugleich im Zusammenspiel mit unseren vier Partnerkreisen ein eigenständiges Profil“, so der Landrat. „Südwestfalen hat sich in der Vergangenheit auf

den unterschiedlichsten Ebenen einen hervorragenden Namen gemacht und ist heute von der Landkarte nicht mehr wegzudenken. Hier entsteht eine starke Marke. Gerade mit Blick auf das Regionalmarketing setzen wir auf diese Marke und wollen künftig mit unserer Eigendarstellung als Kreis Siegen-Wittgenstein darauf aufsatteln.“ Mit dem Bekenntnis zu Südwestfalen wolle Siegen-Wittgenstein die Wahrnehmbarkeit der Region forcieren und die gemeinsamen Bemühungen zur überregionalen Etablierung der Marke Südwestfalen unterstützen. Der Kreis sei damit Vorreiter und Wegbereiter für eine gelebte Markenfamilie Südwestfalen, so der Landrat.

Mit der Entscheidung für den neuen Außenauftritt wird das bisherige Logo mit dem Slogan „Die Menschen sind unser Kapital“ nicht mehr verwendet werden. Dieses Leitbild hatte 2008 den mitunter belächelten Spruch „Siegen-Wittgenstein – Provinz voll Leben“ abgelöst. In der Reduzierung auf „Menschen als Humankapital“ habe der jetzt alte Slogan in der Vergangenheit zu Diskussionen geführt und nicht zur ursprünglich gewünschten Identifikation, kritisiert Müller. Das alte Logo wurde mittlerweile vom Dach des Kreishauses entfernt – ersatzlos. Das neue Logo wird nach Auskunft des Kreises dort nicht platziert.

Erster sichtbarer Teil der neuen Marke sei das neue Logo, so die Kreisverwaltung. Ein weiterer Baustein sei auch ein neu definierter Bildstil für Imagebilder. Dieser sei Bestandteil des neuen Corporate Designs. Ziel sei es Stimmungen zu transportieren, Emotionen wecken und eine Verbindung mit der Region aufzubauen. Neben grundsätzlichen Aspekten wurden auch Vorgaben zu Licht, Perspektive, Schärfe oder Bildschnitt definiert, um Bildaussagen zu verstärken und Besonderheiten und Stärken Siegen-Wittgensteins hervorzuheben.

Komplettaustausch bis Ende 2015

„Der Schlüssel liegt jedoch eindeutig in den Motiven. Die Region und ihre Menschen

müssen noch stärker so abgebildet werden, wie sie wirklich sind – authentisch, natürlich, echt, innovativ, kontrastreich, heimatverbunden, engagiert und vieles mehr“, so Melanie Krämer, die im Regionalmarketing des Kreises die Entwicklung und Etablierung des neuen Corporate Designs maßgeblich mit verantwortet.

Die Umsetzung der Marke und die weitere Ausdifferenzierung erfolgen schrittweise. Die Kreisverwaltung wird die Umstellung im Laufe der kommenden drei Monate abschließen. In einigen Bereichen sind Übergangszeiträume definiert, die bis Ende des Jahres reichen. Bis dahin soll ein vollständiger Austausch des alten Logos erfolgt sein.

Kommentar – Ein Stück Paul Breuer getilgt

Neues Logo für Siegen-Wittgenstein, neuer Leitspruch – es ist nicht so banal wie es zunächst klingt. Landrat Andreas Müller radiert ein Stück Paul Breuer aus.


Unter Breuer war 2008 das neue Logo mit dem Leitsatz „Die Menschen sind unser Kapital“ auf den Briefkopf gedruckt worden. Kritik vom politischen Gegner gab es schon damals reichlich. Breuer verteidigte den Spruch vehement. Bei kaum einer Rede ließ er ihn aus.
Der neue Landrat bezeichnet jetzt den Leitdanken als gescheitert, wenn er sagt, die Menschen hätten sich damit nie wirklich identifiziert. Knapp ein Jahr nach Breuers Abwahl eine Breitseite gegen seinen Vorgänger. Nicht die einzige. Der Tourismus, von Breuer stets als eine Zukunftsaufgabe beworben, wird von Müller mit weit weniger Enthusiasmus voran getrieben. Die Liebe im Kreishaus zur Wisent-Wildnis ist auch merklich erkaltet.

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