Siegen-Wittgenstein – 172 Flüchtlingen droht Abschiebung

Abgelehnte Asylbewerber werden aufgefordert, das Land zu verlassen. 20 Prozent, so der Kreis Siegen-Wittgenstein, tun dies freiwillig.
Abgelehnte Asylbewerber werden aufgefordert, das Land zu verlassen. 20 Prozent, so der Kreis Siegen-Wittgenstein, tun dies freiwillig.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Aktuell sind 172 Menschen in Siegen-Wittgenstein zur Ausreise verpflichtet. Erfahrungsgemäß verlassen 20 Prozent das Land freiwillig, so die Kreisverwaltung.

Siegen.. 172 Flüchtlinge, davon 28 Kinder, sind aktuell im Kreisgebiet von Abschiebung bedroht. Das teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage der Grünen im Kreistag mit. Die meisten leben in Kreuztal (31), Netphen (27) und Berleburg (26). In den übrigen Kommunen sind es zwischen sechs und 18 Menschen.

Nur 20 Prozent reisen freiwillig aus

Zu diesem Personenkreis gehören Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Sie werden dann zur freiwilligen Ausreise aufgefordert. Laut Kreisverwaltung reisen etwa 20 Prozent der Menschen freiwillig aus. Bei den übrigen 80 Prozent müssen von der Ausländerbehörde „aufenthaltsbeendende Maßnahmen eingeleitet werden“. Über den Siegerland-Flughafen, so teilt die Verwaltung mit, wurde dabei in den letzten Jahren niemand abgeschoben. Zu den Ausreisepflichtigen werden von der Behörde auch diejenigen gezählt, die noch geduldet werden, weil sie zum Beispiel keinen Pass besitzen und somit keinem Herkunftsland zugeordnet werden können. Aber auch Menschen, die aufgrund einer Erkrankung aktuell nicht ausreisen können.

Nach Ablehnung ihrer Asylanträge sind im Jahr 2013 elf Menschen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein abgeschoben worden. Die meisten (5) kamen aus Serbien, gefolgt von Georgien und China (jeweils 2). Zwei Menschen wurden in die Türkei beziehungsweise nach Armenien abgeschoben. 32 Menschen verließen den Kreis freiwillig. Die meisten kamen aus den Balkanländern (Serbien: 8, Kosovo: 6, Bosnien-Herzegowina: 5, Mazedonien: 4), gefolgt von Russland, Albanien ( je 3), Kirgistan (2) und Ghana (1).