Sieben Tonnen Sand - und die Suche nach dem König

gee whiz! – das Jugendtheater der Gesamtschule Eiserfeld
gee whiz! – das Jugendtheater der Gesamtschule Eiserfeld
Foto: wp
Was wir bereits wissen
gee whiz! – die Jugendtheatergruppe der Gesamtschule Eiserfeld - begeistert mit Simorg, einer Bearbeitung eines persischen Gedichts

Eiserfeld..  Eine Bühne, sieben Tonnen Sand, farbiges Licht und selbst hergestellte Masken waren Zutaten für ein bilderreiches, poetisch-philosophisches Theaterstück, mit dem die fünf Schülerinnen der Theatergruppe gee whiz! ihr Publikum in fünf Aufführungen auf eine außergewöhnliche Reise mitnahm.

Worum geht es in dem Stück?

Simorg basiert auf der persischen Dichtung „Konferenz der Vögel“ von Farid ud-Din Attar aus dem 12. Jahrhundert und wurde von Jean-Claude Carrière für das Theater bearbeitet. Auf dieser Grundlage hat gee whiz! ein Stück geschaffen, das als Weg zu sich selbst und Appell an ein friedliches Miteinander der Kulturen verstanden werden kann. Hierzu hat die Gruppe sowohl eigene historisch und biografisch motivierte Notizen als auch Gedichte aus Goethes „West-oestlicher Divan“ integriert.

Weil sie so viel Streit und Furcht auf der Welt erleben, gehen fünf Kreaturen auf die Suche nach ihrem wahren König, dem Simorg - denn: „Derjenige, der in seinem Land wie ein Narr seinen Willen durchsetzt, ist nicht der König.“ Nach anfänglichen Bedenken und allzu wohlbekannten Ausreden entschließen sie sich doch auf die Suche zu gehen. Die beschwerliche Reise führt sie zunächst durch eine Wüste und dann durch sieben Täler, von denen jedes ein anderes Geheimnis verbirgt, das es zu erkunden gibt.

So kommen sie durch das Tal der Suche, das Tal der Liebe, das Tal der Erkenntnis, das Tal der Selbstgenügsamkeit, das Tal der Einheit, das Tal der Verwirrung und das Tal des Todes, bevor sie zum Simorg vorgelassen werden und dort erkennen, dass sie selbst der Simorg sind. „Die Sonne seiner Majestät ist ein Spiegel. Wer sich in diesem Spiegel sieht, der sieht darin seine Seele und seinen Körper. Er sieht sich dort als Ganzes.“

Wer führt das Stück auf?

Für Karo Hampe, Meike Krämer, Franziska Stenke, Johanna Schmidt und Nora Dakak, Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 bis 12 der Gesamtschule Eiserfeld, ist es das dritte Stück, das sie erfolgreich unter der Leitung von Lutz Krämer inszeniert haben.

Was sagt der renommierte Schultheatermacher Heinrich Waegner dazu?

Heinrich Waegner zeigt sich begeistert über die Interpretation und die Arbeit der Schülerinnen und Schüler und nahm sich Zeit, ihnen eine E-Mail zu schreiben: „Die hübsche Andeutung kindlicher Vögel gewinnt mit jugendlichem Ernst die Herzen, aber auch die Sinne, so dass das Leben bei allem, was wir beklagen mögen, wieder neu und lebenswert macht, vor allem, weil ihr zeigt, dass es weiter geht, trotz allem, was heute weltweit ins Wanken gekommen ist. Die Rhythmisierung der Gänge und Gesänge, das Bespielen der Wüste Welt und symbolisch integrierte Spiel mit dem flüchtigen Sand (von liebevollen Säerinnen bis „Asche zu Asche“) rührt und macht eure Aufführung unvergesslich dicht, wobei Bildlichkeit und Sprache eine heute nötige (weil selten gewordene) Einheit bilden. Ihr habt alles richtig gemacht und der Zuschauer glaubt euch und geht gestärkt nach Hause.“

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