Seminare für künftige Pflegeeltern

Siegen-Wittgenstein..  Der Kreis Siegen-Wittgenstein sucht Pflegeeltern für Kinder, die vorübergehend oder langfristig nicht mehr bei ihren Familien leben können. Um Interessierte für die Aufgabe zu schulen, steht an zwei Wochenenden ein Pflegeelternseminar an. Hier werden den Teilnehmern „zentrale Theorien vermittelt und sie werden auf mögliche Schwierigkeiten im Alltag vorbereitet“, ist in einer Mitteilung zu lesen. Es gebe viel fachlichen Input, aber auch Erfahrungsberichte von bereits aktiven Pflegeeltern.

Jedes Kind stellt eigene Ansprüche

Einen ersten Überblick gibt es am Montag, 13. April, bei einem unverbindlichen Informationsabend. Er beginnt um 18 Uhr im Kulturhaus Lyz, St.-Johann-Straße 18, Raum 206. Der Kreis Siegen-Wittgenstein steht nach eigenen Angaben jedes Jahr „viele Male vor der Aufgabe, für Kinder ein neues Zuhause auf Zeit oder auf Dauer zu finden“. Für einige dieser Kinder sei die Vermittlung in eine Pflegefamilie die beste Lösung. „Pflegefamilien bieten eben diesen Kindern die Möglichkeit, weiterhin im familiären Umfeld aufzuwachsen, neue Beziehungen und Bindungen aufzubauen und Stabilität zu erfahren“, heißt es zur Begründung.

Das Team des Pflegekinderdienstes vom Fachservice Jugend und Familie ist dann gefragt. Die passende Familie für ein Kind zu finden sei nicht einfach. Neben Faktoren wie Alter, Gesundheit, kultureller Hintergrund, Familienstand, räumliche und wirtschaftliche Gegebenheiten, „gilt es vor allem, eine Familie zu finden, die den komplexen Bedarfen des Kindes bestmöglich gerecht wird“.

„Jedes Kind bringt seine ganz eigenen Vorerfahrungen und Erlebnisse mit in die Pflegefamilie. Es zeigt bestimmte Verhaltensweisen, hat Eigenarten oder ist besonders geprägt. Wir nennen das ,Rucksack’“, sagt Julia Görrs vom Pflegekinderdienst. „Hier ist es für uns wichtig, die Pflegeeltern möglichst gut kennenzulernen, damit wir einschätzen können, welche Familie welchem Kind das Passende bieten kann.“

Künftige Pflegeeltern sollten bereit sein, den Verantwortlichen „einen Einblick in ihr Leben zu ermöglichen“. An den beiden Wochenenden und in darauffolgenden Hausbesuchen versuchen die Mitarbeiter des Pflegedienstes, viel über die Bewerber zu erfahren. Görrs: „Es ist wichtig, dass wir Möglichkeiten und Grenzen einschätzen können.“

Vertrauensvolle Atmosphäre

„Um den Pflegeeltern dies zu erleichtern, bemühen wir uns um eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, betont Thomas Wüst, Fachgebietsleiter im Fachservice Jugend und Familie. Das Team setze „viele neue Ideen um und bindet dabei die neusten wissenschaftliche Erkenntnisse in die konzeptionellen Überlegungen mit ein“.

Eine zweite Bewerberschulung ist für den Herbst geplant. Anmelden können sich auch dafür Paare und Einzelpersonen.