Semesterstart für die neuen Erstis in Siegen

Matteo ist einer von vielen Erstis, die im WiSe an der Uni Siegen anfangen.
Matteo ist einer von vielen Erstis, die im WiSe an der Uni Siegen anfangen.
Foto: Raphael Heumann
Was wir bereits wissen
Mit dem Wintersemester kommen auch die Neuen an die Uni. Wie die Erstsemestereinführung dieses Jahr ablief und was sowohl ESE-Helfer als auch Erstis dazu sagen, lest ihr hier.

Weidenau..  Siegen hat Zuwachs bekommen. 2727 neue, hochmotivierte Studenten bevölkern von nun an Stadt und Hörsäle. Das übersteigt mit Sicherheit die Einwohnerzahl mancher Provinznester, aus denen die Neulinge in die Krönchenstadt pilgern. Auf den lieben Nachwuchs wartet seit jeher – old but gold – die ESE. Laut einer namhaften Online-Enzyklopädie steht das für Easy Serving Espresso, eine Industrienorm für Kaffeepads. Kann man zwar als angehender Studi nur zu gut gebrauchen, in unserem Fall heißt es aber Erstsemestereinführung.

Was man da so macht? Montags Vortex, dienstags Kneipentour, mittwochs Meyer (logisch), donnerstags VEB. Die organisierenden Fachschaftsräte können sich bei dem Abendprogramm ganz auf bewährte Instanzen verlassen. Die Reihenfolge variiert je nach Wahl des Studiengangs. Wer mag, ergänze den Freitag auf der heimischen Ausnüchterungscouch. „Die Kneipentour in der Oberstadt war super. Aber in meiner neuen 8er-WG feiert es sich am besten“, verrät Kirstin Kellershohn. Sie ist für ihr LKM-Studium von Troisdorf die Sieg hochgewandert. „Mir fiel es ziemlich schwer auszuziehen, da ich doch sehr an meiner Familie hänge. Zum Glück haben mich aber meine Mitbewohner direkt herzlich aufgenommen“, erzählt die 20-Jährige. Um hier nicht das ewige Klischee vom faulen Feierstudi zu befeuern: Selbstverständlich unternehmen die Neuankömmlinge auch Erkundungstouren auf dem Campus und in der Innenstadt. Land, Leute und Lehrkräfte kennen- lernen. „Die haben alles verstopft. Meyer, Kneipen, die Busse zu Uni“, berichtet Zoe Föllner, Lehramtsstudentin im dritten Semester. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Naja, jeder fängt mal klein an, ich war letztes Jahr auch erstmal desorientiert.“

Prompter Einstieg für Pädagogen

Die wohl vorbildlichste Riege bilden jene Erstis, die sich für einen Bachelor in Pädagogik inklusive Inklusion entschieden haben. Anstatt die Einführungstage mit einem gepflegten Katerfrühstück zu beginnen, reisten Matteo Becker und seine Kommilitonen in den frühen Morgenstunden nach Essen. „Wir haben in der Zeche Zollverein eine Führung unter dem Aspekt Ästhetik erhalten“, sagt der gebürtige Bonner. „Meine ESE war zum Teil echt anstrengend. Es kam vor, dass ich nach drei Stunden Schlaf den endlos scheinenden Weg zur Uni antreten musste. Das wurde aber dadurch ausgeglichen, dass die Materie von Beginn an spannend war.“, findet der 20-Jährige. Im Vergleich mit anderen Fachrichtungen umweht die ESE der angehenden Pädagogen der Hauch von militärischen Bootcamps.

Die wohl größte Hürde zum Studienbeginn ist aber das Erstellen des Stundenplans. ESE-Helfer Julian Rosenthal begegnete Fragen wie „Was muss ich überhaupt belegen?“ und „Was passiert, wenn sich zwei Kurse überschneiden?“ Da braucht es manchmal starke Nerven. Kira, frischgebackene Wirtschaftsrechtsstudentin, hat die Mammutaufgabe Stundenplan in Eigenregie bewältigt - quasi als Ausnahme zur Regel. „ Ich hatte mich schon vor der ESE mit dem Stundenplan auseinandergesetzt und kam deshalb gut zurecht“, kann die gebürtige Limburgerin von sich behaupten. Für sie hätte es aber ruhig eine Portion mehr Unterhaltung sein können: „Es war schade, dass wir nur drei Tage hatten“, findet sie. Wie erlebnisreich oder nicht die ersten Tage an der Uni und in der Stadt sind, hängt wohl auch von den studentischen Helfern ab. Der erste Eindruck von Stadt und Uni ist zum Teil auch von ihrem Engagement abhängig. „Auf zwei Helfer kamen bei uns bis zu sechzig Erstis. Wir haben ihnen zum Beispiel erklärt, welche Ansprechpartner es gibt, die sie bei Stadtrallyes und auf Partys begleiten“, erzählt Julian. Ein ausgezeichneter Einsatz.