Schwertransporte sollen Korridore erhalten

Siegen..  Stau gab es gestern auf der Sauerlandlinie nicht. Wohl aber zeitweise vor dem Bernhard-Weiß-Saal im Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Siegen: Die Vorstellung des „Masterplans A 45“ fand mehr Interessierte, als zunächst Sitzplätze vorhanden waren. Dabei gab es für die Siegerländer unter den Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung über die Ausbaupläne der A 45 hinaus noch zwei weitere gute Nachrichten: Den Anschluss des Gewerbegebiets Oberschelden/Seelbach an die Autobahn befürwortet auch der Bund, und mit dem Projekt „Transport XXL“ sollen den Unternehmen im nördlichen Siegerland bis zum fertigen Ausbau der Sauerlandlinie zwei Ausweichrouten für Schwertransporte zur Verfügung stehen.

Bund befürwortet A 45-Anschlussfür Oberschelden/Seelbach

„Wir wollen für die Siegerländer Wirtschaft zwei Korridore absichern, über die Schwertransporte die Häfen Duisburg und Gelsenkirchen erreichen“, erklärte Landesverkehrsminister Michael Groschek; eine der Routen soll zwischen Olpe und Drolshagen über die A 45 führen. In zwei Abschnitten sollen die Strecken ausgebaut werden: Brücken müssen verstärkt, Kreisverkehr umgebaut werden. Die Kosten bezifferte Groschek auf „210 Millionen Euro“. Jeweils fünf Jahre veranschlagt der Minister für die Bauarbeiten pro Abschnitt.

Der Besuch bei SMS Siemag hat Groschek offenbar beeindruckt: Das Unternehmen klagt, wie andere Betriebe auch, zunehmend darüber, dass Schwertransporte von und zum Standort in Hilchenbach kilometerweite Umwege fahren müssen, weil Brücken auf der kürzesten Route das Gewicht der Transporte nicht mehr aushalten. „So schnell wie möglich“, so Groschek gestern, sollen die beiden Korridore geschaffen werden. Bund und Land gehen dabei Hand in Hand.

SPD-Fraktionsvize Joachim Pfeifer nutzte die Gelegenheit gestern, um nach dem Anschluss des Gewerbegebiets Oberschelden/Seelbach an die A 45 zu fragen. Die Antwort von Ludger Siebert vom Landesbetrieb Straßen NRW : „Noch ist die Frage der Kostenteilung nicht geklärt.“ Klar sei, dass ein Anschluss an die Autobahn über die Tank- und Rastanlage erfolgen soll. Auch der Bund als ein möglicher Kostenträger habe ein Interesse daran, dass das Gewerbegebiet seine Anschlussstelle an die Sauerlandlinie erhalte. Derzeit würden noch Gespräche geführt – „Geheimdiplomatie“, wie sich Siebert ausdrückte.