Schullandschaft wird umgepflügt
10.02.2012 | 23:02 Uhr 2012-02-10T23:02:00+0100
Wilnsdorf.Sieben Grundschulen hat die Gemeinde Wilnsdorf. Eine von ihnen wird im kommenden Schuljahr keine erste Klasse bilden können – für Anzhausen sind nur 17 Kinder angemeldet.
Die Schließung dieser Schule würde allerdings die Probleme der Gemeinde nicht lösen – sie muss ihre Kinder so verteilen, dass sie 2012 und 2015 nicht mehr als sechs, in den anderen Jahren bis 2017 nicht mehr als sieben Eingangsklassen bildet. Denn mehr Lehrer werden der Gemeinde nicht zugewiesen, die in diesem Jahr nur 139 Lernanfänger hat.
„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagte Schulamtsdirektor Volker Reichel in der Wilnsdorfer Festhalle. Dorthin hatte die Gemeinde die Eltern zur Informationsveranstaltung eingeladen. Erster Beigeordneter Helmut Eich präsentierte die möglichen Standortvarianten. Unmut machte sich sehr bald breit. Eine Bürgerin forderte, den Eltern und der Politik mehr Zeit zu geben, um eine Entscheidung zu treffen. Beifall fand eine Mutter für ihre Forderung, es müssten mehr Lehrer eingestellt werden.
„Ziel ist es, eine verlässliche und zukunftsträchtige Struktur zu finden, die den Kindern und Eltern auf Jahre hinaus eine sichere Grundschullandschaft bietet“, sagte Bürgermeisterin Christa Schuppler. Beigeordnetter Helmut Eich zeigte sich offen für weitere Vorschläge aus der Bürgerschaft.
Das sind die Szenarien für die sieben Grundschulen:
Schließungskandidat Nummer 1: 2012, 2013, 2014 und 2016 nicht genug Kinder für eine erste Klasse. Überlebenschance: allenfalls im Verbund mit Rudersdorf, wenn zugleich Wilden oder Obersdorf geopfert werden. Nach Rudersdorf würden die Kinder bei Schließung des Standorts fahren.
Bildet derzeit einen Verbund mit Wilnsdorf, einzügig mit kleinen Klassen. Risiko: Allein mit der Aufgabe von Wilden könnte die Gemeinde den Klassenrichtwert einhalten. Schließungskandidat Nummer 2: Die Kinder würden nach Obersdorf gehen, im Falle einer Schließung von Obersdorf nach Wilnsdorf.
Bildet derzeit einen Verbund mit Niederdielfen. Risiko: Allein mit der Aufgabe von Obersdorf könnte die Gemeinde den Klassenrichtwert einhalten. Schließungskandidat Nummer 3 – die Kinder würden nach Wilden geschickt, im Falle einer Schließung auch des Standorts Wilden nach Niederdielfen oder Wilnsdorf.
Würde einzügig stabil weitergeführt – sofern der Rat sich nicht für die Dreierlösung entscheidet. Die Kinder müssten dann auch nach Wilnsdorf fahren. Schließungskandidat Nummer 4.
Überlebt in allen Varianten – als zwei- bis dreizügige Grundschule, wenn insgesamt nur noch drei Grundschulen im Stadtgebiet übrig bleiben.
Überlebt in allen Varianten – zweizügig mit oder ohne Verbund mit Anzhausen.
Ü berlebt in allen Varianten – ein- oder zweizügig.
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