Schülerticket kommt an Kreuztaler Schulen nicht an
17.10.2007 | 16:14 Uhr 2007-10-17T16:14:00+0200
Kreuztal. (hn) Die Schulkonferenzen von zwei der vier weiterführenden Schulen in Kreuztal haben sich gegen die Einführung des Schülertickets entschieden: am Friedrich-Flick-Gymnasium und an der Hauptschule in Eichen.
Am Gymnasium lehnten das Ticket vorgestern zwar nur fünf der 20 Mitglieder ab und vier stimmten dafür. Doch die übrigen elf Angehörigen enthielten sich der Stimme. Laut Schulleiter Herbert Hoß kam die hohe Zahl der Enthaltungen dadurch zustande, dass diese Eltern- oder Schülervertreter sich als „nicht betroffen” betrachteten. Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Gruppen, in die Hoß die Schüler einteilte, gab es bei den freifahrtberechtigten Fahrschülern ein ablehnendes Votum von 87 zu 57. Unter den Eltern, die ihren Kindern trotz der relativen Nähe zur Schule dennoch eine Fahrkarte kaufen, überwog die Zustimmung: 103 zu 21. Denn für diese Gruppe wäre das Schülerticket allemal die kostengünstigere Alternative. Bei den übrigen Eltern, deren Kinder weder eine Schulwegkarte haben noch eine selbst bezahlte Fahrkarte bekommen,war auch die Ablehnung größer: 176 zu 44. Insgesamt waren von 840 Fragebögen 488 an die Schule zurückgegeben worden. Nur in einem Jahrgang war der Rücklauf pro Schülerticket: in der 9, während es aus den Stufen 12 und 13 kaum Rückantwort gab. Herbert Hoß erklärt das Thema Schülerticket für noch nicht erledigt. Zum Schuljahresende soll eine erneute Befragung erfolgen. Die Hauptschule in Eichen hatte bereits im September 220 Fragebögen ausgegeben, von denen 79 zurückgegeben wurden. 59 Prozent der Teilnehmer stimmten dafür, dass „alles so bleibt, wie es ist”, wie Rektor Matthias Daub der WR sagte. An der Ernst-Moritz-Arndt-Realschule stehen die Zeichen ebenfalls auf Ablehnung. Denn lediglich 38,2 Prozent der befragten Eltern von 626 Schülerinnen und Schülern befürworteten das neue Angebot der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS). Schon vor den Herbstferien hatte die Realschule ihre Befragungsaktion beendet. Nächsten Donnerstag, 25. Oktober, wird die Schulkonferenz auf der Basis des Ergebnisses die Beteiligung am Schülerticket entscheiden. Schulleiter Gerd Willeke geht nicht davon aus, dass die 24 Mitglieder der Konferenz - Schüler, Eltern, Lehrer - gegen die Mehrheit von 61,9 Prozent das neue Angebot durchsetzen. Die Eltern von 462 Schülern, mithin etwa 70 Prozent der Befragten, hatten überhaupt den Fragebogen zurückgegeben. Im Begleitschreiben hatte Schulleiter Willeke schon mitgeteilt, dass die Nicht-Beantwortung als Ablehnung gezählt werde. Die Realschule hat 211 Schüler, die freifahrtberechtigt sind und zwölf Euro im Monat für die neue Netzkarte bezahlen müssten. Die nicht freifahrtberechtigten Kinder und Jugendlichen müssten zwölf Mal im Jahr - je nach Modell - 20,80 oder 22,20 Euro bezahlen. An der Gesamtschule ist das Verfahren noch nicht eingeleitet, wird aber laut Schulleiter Christian Scheerer demnächst begonnen: „Wir haben bereits einen Fragebogen entworfen.” Die Kindelsbergschule hat ihre Befragung noch nicht ausgewertet. Die Resonanz zu einer Informationsveranstaltung über das Schülerticket, die zu Schuljahresbeginn stattfand, war bescheiden, die Meinungen zum Thema eher skeptisch.
0mitdiskutieren