Schüler lassen Lachse ins Wasser
24.06.2010 | 18:15 Uhr 2010-06-24T18:15:00+0200
Siegen.Nasse Füße für die gute Sache: Rund ein Dutzend Schüler des Gymnasiums Auf der Morgenröthe, die Lachs -AG, wilderte am Donnerstagmorgen kleine Lachse in der Sieg aus.
Hinter der Baracke der Marinekameradschaft ließen die Jugendlichen die drei bis fünf Zentimeter großen Tiere in die Freiheit huschen. Und zwar im „Artenschutzprogramm Lachs“ der Stiftung Wasserlauf NRW. Michelle Frettlöh-Roters ist schon seit einiger Zeit dabei und ein alter Hase im Lachsgeschäft. Eklig oder fies findet sie die Brütlinge, die frisch geschlüpften Fische, nicht. Ganz im Gegenteil: „Es ist cool, wenn die Kleinen zappeln“, sagt sie, als sie mit Johanna Scheid behutsam die Baby-Lachse in die zwölf Grad kalten Fluss gleiten lässt. Rund 24 Monate bleiben die Tiere dann in der Sieg, bevor sie flussabwärts Richtung Rhein schwimmen. Ziel der Reise ist der Atlantik. Erst nachdem sie den Ozean erreicht haben werden, kehren sie wieder zurück, um zu laichen.
Vier Wehre
versperren den Weg
Ob die Lachse es jedoch wieder bis zum Effertsufer schaffen, ist derzeit eher unwahrscheinlich. In Rheinland-Pfalz stehen den Fischen noch vier Wehre im Weg. Zwei davon werden sogar noch zur Stromerzeugung genutzt. Für die Wandertiere sind das unüberwindbare Hindernisse. Entweder schlagen sich die Fische den Kopf auf, weil sie immer wieder versuchen, über die Turbinen hinweg zu kommen. Oder aber sie suchen sich eine Kiesbank in der Nähe und legen ihre Eier ab. Notlaichen nennen das Biologen. Immerhin haben es bisher einige Exemplare bis Betzdorf geschafft. Bald geht es für Michelle Frettlöh-Roters und ihre Truppe nach Siegburg-Buisdorf. Dort beobachten sie ausgewachsene Lachse.
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