Schmuckes Haus mit weißer Haube

Ein Stück Heimatgeschichte

In Irmgarteichen steht nur wenige Meter von der Kirchenmauer entfernt

der Gasthof Ley. Es ist ein Kapitel Heimatgeschichte für sich. Es wurde von dem damaligen Organisten und Küster Gerhard Ley, der in Diensten des Fürsten von Siegen stand, käuflich erworben. Bis dahin war es Zollhaus gewesen. Die Schmuggler, die an der westfälisch- hessischen Grenze aufgefangen wurden, sperrte man hier in den Keller, um sie andern Tags dem Fürsten von Siegen zur Aburteilung vorzuführen. Bis 1808 war das Haus mit Stroh bedeckt. Als im gleichen Jahre der Nachbarort Gernsdorf mit seinen Strohbedachungen fast restlos ein Raub der Flammen wurde, wollte man sich hier gegen eine gleiche Katastrophe schützen.

Aus dem Siegener Schiefersteinbruch schaffte man riesige Platten herbei, die mit handgeschmiedeten Nägeln befestigt wurden und über ein Jahrhundert Wind und Wetter trotzten. 1785 verwandelte man das Zollhaus in einen Bäckereibetrieb mit Kaufladen und Gastwirtschaft.

Der Gasthof gehört – wie die Kirche – ins Ortsbild von Irmgarteichen und ist mittlerweile in der siebten Generation in Familienbesitz.

Im April 2008 brannte der Gasthof bis auf die Grundmauern ab und musste grundlegend neu aufgebaut werden. Im Juni 2009 wurde der Gasthof Ley offiziell wieder eröffnet.

Bildzeile: Der wiederaufgebaute Gasthof Ley wirkt bei abendlicher

Beleuchtung stimmungsvoll.

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Text und Foto Nr. 25:

Heinrich Bruch, Irmgarteichen