Schlaglöcher – Mehr als 20 km/h materialmordend

Die Talstraße in Weidenau. Hier können laut VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann Busse nur im Schleichtempo fahren. Alles andere wurde die Busse  in kürzester Zeit schwer beschädigen.
Die Talstraße in Weidenau. Hier können laut VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann Busse nur im Schleichtempo fahren. Alles andere wurde die Busse in kürzester Zeit schwer beschädigen.
Foto: Jürgen Schade
Was wir bereits wissen
Schlaglöcher und Buckelpisten in Siegen und Umgebung: Ein Gespräch mit Gerhard Bettermann, dem Betriebsleiter der VWS, über Belastungen für Busse, Fahrer und Fahrgäste.

Siegen..  Schlagloch folgt auf Schlagloch. So sieht die Realität auf vielen Straßen in Siegen und Umgebung aus. Das kostet nicht nur Autofahrer Nerven, es behindert auch den Busverkehr. Diese Zeitung sprach mit Gerhard Bettermann, Leiter für Betrieb und Technik bei den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd (VWS), darüber, wie sich das auf den Linienverkehr auswirkt.

Welche Streckenabschnitte im Siegerland sind die schlimmsten?

Gerhard Bettermann: Die Strecke zwischen Meiswinkel und Langenholdinghausen ist sehr anspruchsvoll zu befahren. Normalerweise dürfen die Fahrezeuge dort schneller als Tempo 50 fahren. Im innerstädtischen Bereich fällt mir die Talstraße in Weidenau ein. Geschwindigkeiten jenseits von 20 km/h sind hier materialmordend. Auch für den Bürbacherweg zwischen Siemensstraße und Ortsmitte Bürbach wünschen wir uns Verbesserungen. Die Eiserfelder Straße zwischen Talbrücke und Ortsmitte verdient aus unserer Sicht nicht mehr das Prädikat befahrbar. Auch in der Gosenbacher Straße zwischen Gosenbacher Höhe und Buswende Gosenbach reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Auch das Kopfsteinpflaster in der Haardtchenstraße am Wellersberg ist für jeden Bus und dessen Fahrer eine schwierige Herausforderung.

Inwiefern sind diese Straßen ein Problem für Busse?

Es ist für das Material sehr belastend. Wenn Sie neben dem Bus stehen, können Sie richtig hören, wie es knallt und scheppert. Die gesamte Karosserie leidet: die Achsaufhängung, die Räder, die Bereifung, der komplette Wagenunterbau.

Mussten Sie schon einmal einen Bus aus dem Verkehr nehmen, weil er bei der Fahrt durch ein Schlagloch beschädigt wurde?

Ja, so einen Fall gab es. In der Rudersdorfer Ortsdurchfahrt hat ein Bus aufgesetzt und konnte nicht weiterfahren. Spätestens, wenn das Material Schaden nimmt, werden die Verkehre eingestellt. Dann wird nach alternativen Strecken gesucht und schließlich eine Umfahrung eingerichtet. Oder es geht eine Anweisung an die Fahrer raus, dass dort langsamer gefahren werden muss.

Wie sieht die Belastung für die Busfahrer aus?

Das kann natürlich ganz schön auf den Rücken schlagen, obwohl wir sehr gute Sitze haben. Früher hatten wir linienreine Dienste, heute ist das aber nicht mehr so, dass man zehn oder zwölf Mal am Tag auf der selben Strecke unterwegs ist. Deswegen muss auch keiner der Fahrer den ganzen Tag nur über Schlaglöcher fahren.

Gibt es auch Beschwerden seitens der Fahrgäste, wenn Straßenabschnitte wegen Schlaglöchern besonders holprig sind?

Hinweise, die wir erhalten, betreffen dann hauptsächlich das Rappeln in den Bussen. Ich sage dann immer, dass das mit dem Auto nicht anders ist. Meistens kommen die Beschwerden dann auch aus den genannten Bereichen in Siegen.

Melden Sie der Stadt Schlaglochstellen?

Wir sind in einem sehr guten Dialog mit der Stadt Siegen. Wenn es Probleme gibt, helfen sie kurzfristig, wenn es geht. Manche Straßen wie die Talstraße, die von Grund auf saniert werden muss, brauchen natürlich länger. Wir haben wöchentlich Kontakt zu der Straßenbauabteilung der Stadt. Alles, was geht, wird auch auf dem kurzen Dienstweg erledigt.

Wird bei der Fahrplanentwicklung berücksichtigt, dass man auf kaputten Straßen auch mal nur mit Tempo 30 fahren kann?

Beschädigte Streckenabschnitte können bei der Fahrtplanung nicht besonders berücksichtigt werden. Allerdings: In der Vergangenheit wurden viele Straßen in einen guten Zustand gebracht, sodass man sie normal befahren kann. Wenn an einer Stelle wegen Schäden nicht schnell gefahren werden kann, muss der Streckenbereich entweder umfahren werden oder die hier verlorene Zeit nach der Fahrt ausgeglichen werden.

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Melden Sie uns bitte ihre Schlaglöcher – Wir erstellen eine Karte

Viele Straßen in Südwest­falen sind im wahrsten Sinne des Wortes Sanierungsfälle. Auch wenn die vergangenen Winter eher mild waren, wird die Zahl der Schlaglöcher nicht weniger. Ein großes Ärgernis für Auto- und Lastwagenfahrer und Fußgänger.
Wir wollen uns mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, des Themas annehmen. Mit einer „ Interaktiven Schlaglochkarte Südwestfalen “. Gerne können Sie uns Schlaglöcher – auch mit Foto – melden per Mail an s chlagloch@westfalenpost.de