Schiefer – der Marmor des Siegerlandes

Am Marburger Tor in der Siegener Oberstadt reihen sich Schieferhäuser aneinander.
Am Marburger Tor in der Siegener Oberstadt reihen sich Schieferhäuser aneinander.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Siegens Schieferhäuser bedeuten ein Stück Identität. Damit die Häuser weiter Bestand haben und Gewürdigt werden, gibt es jetzt einen Wettbewerb.

Siegen..  Schiefer ist für Siegen das, was für die Italiener der Marmor ist. Während das italienische Produkt dort Exportschlager bleibt, werden hier viele Schieferhäuser abgerissen oder unpassend saniert. „Dabei sollte man die Baukultur pflegen und weiterentwickeln“, sagt der Siegener Stadtbaurat Michael Stojan. Mit dem Projekt „Schönheit des Schiefers“ soll das erreicht werden. Bei einem Wettbewerb werden die besten Sanierungen und Neubauten von Schieferhäusern prämiert. An der Aktion beteiligt sind die Gemeinschaft zur Förderung regionaler Baukultur, die Kreisheimatbünde, die Schiefergruben Magog Bad Fredeburg und die Südwestfalenagentur.

Behutsame Sanierungen

In der gemeinsamen Initiative möchten sie die charakteristische Hauslandschaft erhalten und die Baukultur nachhaltig entwickeln. Wichtig sei es, dass bei Sanierungen behutsam vorgegangen wird und sich die Neubauten gut in das Ortsbild einfügen. Eine Wanderausstellung mit Bildern der teilnehmenden Häusern kann man ab Herbst bei den Heimatbünden besuchen.

Neu ist dieses Jahr die Zusammenarbeit mit der Universität: Bauphysiker zeigen, wie ein Schieferhaus energetisch aufgebessert werden kann, ohne den Schiefer abzunehmen.

Seit 200 Jahren robust

„Wir leben in einer Region, die sich baulich von anderen unterscheidet“, sagt Dieter Tröps vom Heimatbund Siegerland-Wittgenstein. „Damals, vor 200 Jahren, hat man die Häuser mit Schiefer bedeckt wegen der Brandgefahr und um die Wetterseite zu schützen“, so Tröps. Die Region biete das, was die Leute für die Häuser verwenden könnten, was einzigartig sei. „Die Baulandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, viele Schieferhäuser sind durch den Bau der HTS verschwunden“, bedauert er. Deshalb müsse man jetzt handeln.

Georg Guntermann, Geschäftsführer der Schiefergruben Magog in Bad Fredeburg, sieht im Schiefer das „bindende Element“ in der Architektur: „Schiefer kann die Baukultur erhalten, aber auch sehr modern sein“.

Touristen fühlen sich wohl

„Wenn Südwestfalen keine Schieferhäuser hätte, wäre es nicht Südwestfalen“, erklärte Michael Stojan, der auch Vorsitzender der Jury ist. Roswitha Still vom Touristikverband bestätigt das: „Die Leute möchten sich wohlfühlen, da gehört auch die Baukultur zu. Schiefer gehört genauso wie das Fachwerk zur Region, wir müssen authentisch bleiben“.

Vor zwei Jahren hatte die Initiative innerhalb der Regionale 2013 den Wettbewerb gestartet. Damals gewannen unter anderem das Gemeindehaus St. Michael in Siegen und ein Privathaus in der Geisweider Schießbergstraße.

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