Satte Ziegen haben keine Lust aufs Rennen

Gleich kommt der Start. Beim echten Rennen sollen die Tiere aus Boxen starten, damit sie nicht abgelenkt werden. Der Eimer mit dem Kraftfutter in der Hand macht Christopher Kreuz (rechts) zum „Hasen“  des Rennens.Foto:Michael Kunz
Gleich kommt der Start. Beim echten Rennen sollen die Tiere aus Boxen starten, damit sie nicht abgelenkt werden. Der Eimer mit dem Kraftfutter in der Hand macht Christopher Kreuz (rechts) zum „Hasen“ des Rennens.Foto:Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Herzhausen..  Die Vorbereitungen für die 725-Jahrfeier in Herzhausen erreichen die Zielgerade. Auch diverse Ziegen sollen dorthin gelockt werden. Am Wochenende wurde allerdings klar, dass es für das geplante Ziegenrennen noch einiger Überlegungen bedarf.

Seit Herbst werden die Renntiere der besonderen Art vom Trainerteam Christopher und Markus Kreuz auf ihre große Aufgabe vorbereitet. Im November gab es einen ersten größeren Test, an diesem Samstag den zweiten. Und jetzt? „Damals haben wir sie im Kreis laufen lassen, diesmal auf der geraden Strecke“, erklärt Markus Kreuz und findet, dass die Rundstrecke besser funktioniert hat. Denn: Nach drei oder vier Läufen ist klar, dass die Tiere nur Lust auf die halbe Distanz von 35 Metern haben. Dann bleiben sie stehen, kehren um oder lassen sich von ihren Artgenossen an der Strecke ablenken. Weniger von den menschlichen Zuschauern übrigens. Solange die nicht mit Kraftfutter locken.

Es darf gewettet werden

Denn das ist das eigentliche Geheimnis dieses „ersten offiziellen Ziegenrennens im Siegerland“: Die Tiere werden mit Kraftfutter vom Startpunkt ins Ziel gelockt. Am Samstag, da waren sich Zuschauer und Trainer nach zwei Stunden letztlich einig, waren die Voraussetzungen nicht die besten. Schon das Wetter machte Probleme. „Sobald auch nur ein Tropfen Regen vom Himmel fällt, verschwinden die Tiere in ihrem Wagen“, kommentiert Alfred Oehm die schwierige Lage.

Immerhin gab es an diesem schauerreichen 30. Mai immer wieder hellere Momente, das Training musste also nicht komplett abgesagt werden. Aber dafür hatten die Tiere, überwiegend übrigens leistungsstarke Burenziegen und ein paar weniger einfach einzuschätzende Mischlinge aus dem Siegerland, reichlich Zugang zum fetten Gras auf dem Grundstück ihrer Trainer. Da waren sie am Ende zu satt und vollgefressen, um sich noch groß von der Verlockung des Kraftfutters hinter dem Eimer herlocken zu lassen.

Bis zum Rennen sollen auch noch alle Ziegen einen Namen bekommen. Bislang gibt es nur Emma, „von der niemand weiß, wie alt genau sie ist, etwa zwölf“, Zoy oder Lina. Je drei treten in drei Ausscheidungsläufen gegeneinander an, dann kommt es zur Entscheidung unter den Siegern. Vorher werden Lose verkauft. „Ein reines Glücksspiel“, verspricht Markus Kreuz. Die Teilnehmer kaufen Nummern, die erst nach Ende des Verkaufs den Tieren zugelost werden. „Wir müssen ja damit rechnen, dass eine Ziege ins Ziel kommt und die anderen beiden gar nicht laufen“, erklärt Alfred Oehm den Hintergrund.

Das Ziegenrennen beginnt am Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr. Vorher ist unter anderem erst eine Schafe- und Hütehunde-Show „Border Collies bei der Arbeit“ mit Guido Blinten vorgesehen. Das Festwochenende startet am Samstag, 20. Juni, 13 Uhr, mit Ritterlager und Spielen.