Ruhr-Sieg-Strecke soll Schwerlastverkehr auf A45 entlasten
07.09.2012 | 16:00 Uhr 2012-09-07T16:00:00+0200
Hagen/Siegen. Weil mit dem Ausbau der holländischen Nordseehäfen künftig noch mehr Güterverkehr durch NRW nach Süden rollen wird, denkt die Bahn über hohe Investitionen in Südwestfalen nach. Sie sollen zur Entlastung des Schwerlastverkehrs auf der A45 beitragen. Pläne über den Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke der Bahn werden diskutiert.
Angesichts der noch über Jahre andauernden Probleme des Schwerlastverkehrs auf der maroden und überlasteten A45 rückt der Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke der Bahn immer mehr in den Blickpunkt der südwestfälischen Wirtschaft. Hintergrund: Mit dem Ausbau vor allem der holländischen Nordseehäfen wie Amsterdam und Rotterdam wird künftig noch mehr Güterverkehr durch NRW nach Süddeutschland rollen.
Dabei spielen nach den Worten von Franz-Josef Mockenhaupt, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, auch Überlegungen der Bahn eine Rolle, zwischen den Hauptverbindungen durch das Rheintal und entlang der Autobahn 7 von Hamburg nach München die Strecke von Hagen über Siegen nach Frankfurt als Teil einer Nord-Süd-Magistrale auszubauen, um vor allem das Rheintal vom Güterverkehr zu entlasten. „Wir machen uns stark dafür“, sagte Mockenhaupt der WAZ-Mediengruppe. „Das würde der Region helfen.“ Insbesondere, wenn Sanierung und Ausbau der A45 womöglich noch jahrzehntelang zu Behinderungen und Staus im Straßengüterverkehr führen.
Wenn die Verkehrsprognosen nur zur Hälfte zutreffen, müssen wir die Bahn stärker in unsere Überlegungen einbeziehen, „wir brauchen sie als Ausweichstrecke“, warnte der Hauptgeschäftsführer. In ihrem heutigen Zustand sei die Bahn wegen ihrer geringen Flexibilität keine Alternative für die Unternehmen in der Region. Mit einer Hochstufung erzeuge man aber „nicht mehr nur regionales, sondern überregionales Interesse“, als Bestandteil eines transeuropäischen Verkehrsnetzes.
Auch Verkehrsverband Westfalen hat Ausbau auf Agenda
Auch der für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg zuständige Verkehrsverband Westfalen mit Sitz in Dortmund hat den Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke der Bahn auf seiner Agenda. Aber der wird teuer, wenn die Strecke zweigleisig bleiben soll. „Um moderne See-Container oder auch große Maschinen transportieren zu können, ist eine Aufweitung aller Tunnelprofile notwendig“, erklärt Verbands-Geschäftsführer Stefan Schreiber. „Trassen müssen tiefer gelegt, Bahnübergänge auf den Stand der Technik gebracht, vorhandene Steilstrecken abgeflacht werden.“ Und dann ist natürlich der Lärmschutz zu beachten.
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Da entscheidet die IHK gar nichts. Das wird in hundert Jahren keine Realität, weil es eine ungeliebte Nebenstrecke bleibt.