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Ruhr-Sieg-Netz gegen Streiks „immun”

17.12.2007 | 20:48 Uhr
Ruhr-Sieg-Netz gegen Streiks „immun”

Egal wie lange die Gewerkschaft der Lokführer und der Bahn-Vorstand noch miteinander rangeln: Von künftigen Streiks werden die meisten Fahrgäste in Siegen-Wittgenstein nichts mehr mitbekommen.

HINTERGRUND
„Main-Lahn-Sieg” auch auf dem Markt
  • Zum Fahrplanwechsel 2007 hat Abellio die DB Regio auf den Linien zwischen Hagen und Siegen abgelöst. Die nächste Veränderung steht 2010 ins Haus.
  • Bereits seit Sommer auf dem Markt ist die Ausschreibung der Regionalexpresslinie 9. Der ZWS wird gemeinsam mit dem Aachener Verkehrsverbund, dem Zweckverband Rheinland-Pfalz Nord und dem federführenden Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) bestimmen, welches Unternehmen ab 2010 für die folgenden 15 Jahre die Züge auf die Verbindung Siegen-Köln-Aachen schickt; die Verlängerung von und nach Gießen gibt es dann nicht mehr.
  • Im Dezember hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV sein Teilnetz „Main-Lahn-Sieg” ausgeschrieben, zu dem außer der Linie Gießen-Marburg auch die Linie Frankfurt-Siegen mit einem ZWS-Anteil zwischen Siegen und Dillbrecht gehört. Der neue Vertrag gilt für 13 Jahre, die Ausschreibungsfrist endet im April.

„Da sind wir jetzt immun”, freut sich Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS). Denn Abellio, seit dem Fahrplanwechsel Betreiber des Regionalexpress 16 und der Regionalbahn 91 auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Siegen und Hagen, ist von dem Tarifkonflikt nicht berührt - anders als die DB Regio und die Dreiländerbahn. Wähend des Bahnstreiks sind bisher 22 593 Zugkilometer ausgefallen, davon 10 000 des Ruhr-Sieg-Express und 5625 der Rothaarbahn. Die 200 000 €, die die Bahn dafür weniger einnimmt, kann der ZWS verwenden, um sein Defizit im Etat zu decken und die immerhin 89 Sonderzüge zu bezahlen, die zu verschiedenen Anlässen - vom Sportfreunde-Spiel bis zum Berleburger Weihnachtsmarkt - zusätzlich eingesetzt worden sind. Im Bereich der Dreiländerbahn (das sind die Linien Au-Dillenburg und Siegen-Bad Berleburg) sind im Oktober noch 79,1 Prozent der Züge pünktlich in Siegen angekommen, also nicht mehr als drei Minuten verspätet - im September waren das noch 81,3 Prozent, im Februar sogar 93,2 Prozent. 11 232 Zugkilometer sind, zum Teil streikbedingt, ganz ausgefallen. Bei der DB Regio (Essen/Hagen-Siegen, Gießen-Köln, Frankfurt-Siegen) wurde im Oktober eine Pünktlichkeit von 76 Prozent geschafft (weniger als fünf Minuten Verspätung), im September noch 81, im Februar sogar 88,4 Prozent. 10 541 Zugkilometer fielen ganz aus. „Wir haben noch die Schwachpunkte in der Infrastruktur”, erklärt ZWS-Geschäftsführer Padt die Ursache für die Verspätungen, die vor allem auf der Siegstrecke nach Köln entstehen. Im kommenden Jahr soll dort repariert und modernisiert werden, Langsamfahrstellen mit 20 km/h werden verschwinden. Und wenn die Züge dann wieder mit 100 km/h über die Gleise fahren dürfen, „hat das Auswirkungen für unser ganzes Netz”, verspricht Padt. Sprich: Bahnfahren wird planmäßig wieder schneller. Allerdings werden Fahrgäste während der Bauarbeiten einige Beschwerlichkeiten auf sich nehmen müssen: So wird es Streckensperrungen von 12. bis 31. März zwischen Scheuerfeld und Wissen, vom 21. Juni bis 4. August zwischen Betzdorf und Siegen und vom 3. bis 13. Oktober zwischen Au und Wissen geben. „Da müssen wir durch”, sagt Padt. Für die Fahrgäste heißt das: Umsteigen in den Bus-Ersatzverkehr.

Steffen Schwab

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