Roter Platz kostet die Stadt doppelt so viel wie ursprünglich geplant

Animation: So könnte der Rote Platz
Animation: So könnte der Rote Platz
Foto: Contur 2 ñ

Kreuztal..  Einstimmig hat der Rat die Umsetzung der Planungen für den Roten Platz beschlossen. Damit hat die Verwaltung grünes Licht, den Fahrplan umzusetzen, der einen Baubeginn auf der Südseite im Sommer vorsieht. Nur die vier Grünen-Stadtverordneten enthielten sich der Stimme.

1,175 Millionen Euro habe der Rote Platz ursprünglich kosten sollen, erinnerte Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne). Im November 2014 seien es 1,3 Millionen gewesen, inzwischen fast 1,9. Der Landeszuschuss betrage immer noch unverändert 705 000 Euro. Damit habe sich der städtische Anteil von einst 470 000 auf jetzt 1,165 Millionen Euro erhöht. „Das macht uns natürlich Kummer.“

Stadtbaurat Eberhard Vogel verwies darauf, dass die Neugestaltung der Südseite des Roten Platzes aufwändiger wird — allein schon deshalb, weil für die Sanierung der undichten Tiefgaragen-Fugen das ganze Pflaster aufgenommen werden muss. „Das war vor drei, vier Jahren noch nicht so geplant.“

Vogel ließ offen, ob mit einem Nachschlag an Landesmitteln zu rechnen sei. „Das werden wir natürlich probieren“ – so wie beim Umbau der Stadtbibliothek. Möglicherweise gelinge es noch, kleinere Teilbeträge aus der Stadtumbau-Förderung umzulenken, die eigentlich für Marburger Straße und Ziegeleifeld bestimmt waren. Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) warnte davor, am Ende aus Geldmangel ausgerechnet solche Gestaltungselemente wie die Wasserspiele zu opfern, die in der Bürgerbeteiligung besonders gewünscht worden waren. „Wir blamieren uns bis auf die Knochen, wenn wir nachher so ein nacktes Gerippe da stehen haben.“

FDP fragt nach Alternativen

Abgewehrt wurde ein Vorstoß der FDP-Fraktion, den Anbietern im Ausschreibungsverfahren abzuverlangen, alternative Gestaltungselemente und Materialien vorzuschlagen — „um die Kosten im Griff zu behalten“, wie Fraktionschef Frank W. Frisch begründete. „Wir müssen vorher sagen, was wir wollen“, erinnerte Stadtbaurat Eberhard Vogel an das Reglement öffentlicher Ausschreibungen. Sollte sich das der Infrastrukturausschuss für jedes Detail vorbehalten, „dann bauen wir in diesem Sommer nicht mehr.“ Mit dem Weinfest Anfang September, so Vogel weiter, bekomme die Stadt dann „ein Riesenproblem“.

„Ärgerlich“ nannte es Bürgermeister Walter Kiß, „wenn jetzt der ganze Entwurf noch mal zur Diskussion gestellt werden soll“. Arne Siebel (CDU) verwies darauf, dass der In­frastrukturausschuss seine Mahnungen zu Protokoll gegeben habe: „Sicher sehen wir die Chance, die einen oder anderen Kosten einzusparen.“ Jochen Schreiber (SPD) nannte die FDP-Intervention „ein bisschen überflüssig“ und „wenig zielführend“. Der Rat verständigte sich schließlich auf den Vorschlag des Bürgermeisters, bei der Ausschreibung „Nebengebote“ und „gleichwertige“ Materialien zuzulassen — dann ist es den Anbietern freigestellt, ob sie sich darauf einlassen .